11.10.2016 14:42
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Energie
Energiesparen: Jojo-Effekt vermeiden
Wer zuhause Energie spart, leistet sich dafür oft an anderer Stelle Luxus, der wieder mehr Energie verbraucht. EPFL-Forschende untersuchen diesen sogenannten «Rebound-Effekt» und stellen fest: Vielen ist nicht bewusst, dass Reisen und Freizeit mehr Energie fressen als Elektronik.

Das ganze Haus wird mit sparsamen LED-Lampen und energieeffizienten Geräten ausgestattet. Wer auf diese Weise Geld spart, investiert es oft, um zusätzliche Geräte anzuschaffen oder auf Reisen zu gehen. Damit verpufft ein Teil der Energiesparmassnahmen wieder, oder der Energieverbrauch steigt sogar im Vergleich zu vorher.

Einsparung wieder "investiert"


Forschende um Vincent Moreau von der ETH Lausanne (EPFL) erforschen solche «Rebound-Effekte» und versuchen sie im Zusammenhang mit der Energiestrategie 2050 vorherzusagen. Ihre Arbeit wurde unlängst im Magazin des Bundesamts für Energie BFE «Energeia» vorgestellt.

Moreaus Fokus liegt dabei insbesondere darauf, wie Einsparungen im Energiebereich in zusätzliche Reisen und Freizeit investiert werden. «Wir beobachten, dass im Freizeitbereich der Anstieg des Energieverbrauchs manchmal noch höher ist als die Einsparungen im Alltag», sagte Moreau gemäss Energeia-Artikel.

Mehr Sensibilisierung

Steht ihnen dank der Einsparungen mehr Geld zur Verfügung, leisten sich Privatpersonen mehr Luxus, wodurch mehr Energie für die Herstellung von Luxusgütern verbraucht werde. Das gelte zudem nicht nur für die Schweiz, sondern auch für die Nachbarländer, so Moreau. Um diesem Rebound-Effekt entgegenzuwirken, schlägt der EPFL-Forscher vor, die für die Produktion solcher Güter verbrauchte Energie direkt beim Kauf zu belasten.

Insbesondere aber brauche es mehr Sensibilisierung der Bevölkerung für das Problem: «Häufig glauben die Leute, dass die Elektronik am meisten Energie verbraucht, dabei sind es Reisen und Freizeitbeschäftigungen, die Energiefresser sind.» Die Bevölkerung zu einem nachhaltigeren Energieverbrauch in der Freizeit zu bewegen, sei hingegen nicht einfach, gibt der Forscher zu.

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