1.08.2018 15:47
Quelle: schweizerbauer.ch - jgr
Bern
Er hat ein Gespür für Wasser
Odo Diels ist ein «Wasserschmöcker». Zu seinen Kunden gehören auch das Ehepaar Barbara und Marc Keiser. -> Mit Video

Ein Teil der Möbel ist bereits in Einzelteile zerlegt, viele Kleider und Haushaltssachen in Kisten verpackt. In wenigen Tagen ist es so weit: Barbara und Marc verlassen das kleine «Heimetli» in emmentalischen Rüegsbach und zügeln in den Kanton Luzern in ein renoviertes Bauernhaus. 

Mitten in den Umzugsvorbereitungen schaut Odo Diels vorbei. «Ihm verdanken wir viel», sagt Barbara Keiser. Denn seit sie ihn kennen, hätten sie wieder gesunde Tiere im Stall. «Bei unseren Schafen gab es viele Fehlgeburten, und einige Tiere mussten sogar notgeschlachtet werden», erklärt sie.

Inserat geschaltet

Die junge Familie war nahe daran die Schafzucht aufzugeben. Dann schaltete die Mutter von Barbara Keiser ein Inserat in einer Obwaldner Dorfzeitung; mittels Annonce suchte sie nach einem «Wasserschmöcker». Und prompt rief ein Landwirt an und empfahl ihnen Odo Diels. «Ich war extrem skeptisch», erinnert sich Marc Keiser. Doch er liess sich von seiner Frau überzeugen, und so bestellten sie  Odo Diels auf den Hof. 

Noch genau erinnert sich das Ehepaar an den Moment, als der Mann aus dem appenzellischen Teufen vorfuhr. «Wider Erwarten sass kein alter Mann im Auto, sondern ein Herr um die Vierzig», erzählt Marc Keiser. Odo Diels sei ausgestiegen und habe sich erstmals ohne viel Worte umgesehen. Bereits nach wenigen Minuten war die Wasserader gefunden. «Ich sehe es an der Ausrichtung der Bäume», sagt Odo Diels. 

Ein Taler

In einem weiteren Schritt nahm Odo Diels das Pendel hervor und lief durch den Stall. Es dauerte nicht lange und das Pendel schlug aus. «Ich habe auf seine Hände gestarrt», erzählt Marc Keiser. Doch die Vermutung, dass Odo Diels mit den Fingern Schwung verliehen hat, entpuppte sich als falsch. «Seine Hand war steif wie in Gips gegossen», so Marc Keiser.

Nachdem die Wasserader gefunden war, folgte die Installation eines fünflibergrossen «Talers». Mit diesem habe er die Wasserader und den Kreuzungspunkt neutralisiert. Mehr sage er dazu nicht: «Es ist wie beim Rezept des Appenzeller Käses, es ist geheim», sagt Odo Diels und schmunzelt. 

Besserer Schlaf

Diese «Neutralisierung» liegt nun drei Jahre zurück. Seither habe es im Schafsstall keine Totgeburten mehr gegeben und die Tierarztrechnungen seien massiv zurückgegangen. Nicht nur das, erzählt die 30-jährige Barbara Keiser. Seither schlafe sie besser, und die morgendlichen Rückenschmerzen gehörten der Vergangenheit an. 

Nun ist das Ehepaar am Überlegen, ob sie den «Taler» im Haus in Rüegsbach lassen wollen, oder ob «Wasserschmöcker» Odo Diels diesen am neuen Wohnort installieren soll. Und das ist auch der Grund für seinen Besuch. Doch schnell ist klar: Der Taler muss mit ins neue Heim der Familie Keiser. 

Zur Person

Odo Diels lernte Bereiter und arbeitete im Gestüt von Markus Fuchs. Gesundheitliche Probleme zwangen ihn jedoch zum Berufswechsel; er nahm eine Stelle in einer Immobilienfirma an. Durch seine neue Arbeitsstelle lernte er den mittlerweile verstorbenen Wasserschmöcker Hans Haueter aus dem Thurgau kennen. Haueter war es auch, der die Methode entwickelte, die Odo Diels heute anwendet. Zweieinhalb Jahre ging Diels zu Haueter in die «Ausbildung». Seit nunmehr fast 15 Jahren führt er im appenzellischen Teufen ein eigenes Geschäft. Dort bietet er nebst Entstrahlungen auch das Entfeuchten von Grundmauern an. Wobei Diels klar betont: «Liegt das Problem aufgrund von Bauschäden vor, kann ich den Auftrag nicht annehmen.» Der Preis für eine Beratung liegt je nach Fahrzeit bei ungefähr 300 Franken. Kommt die Entstrahlung oder Entfeuchtung dazu, betragen die Kosten circa 1800 Franken. Odo Diels gibt für seine Arbeiten eine Garantie von zehn Jahren. Danach ist eine Kontrolle nötig. jgr

www.entstrahlen.ch

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