1.07.2014 12:02
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Gesundheit
Erbgut: Aspirin bremst Alterung
Aspirin senkt das Krebsrisiko, Rauchen erhöht es - soviel ist bereits bekannt. Nun konnten Basler Forschende nachweisen, dass dafür Alterungseffekte auf dem Erbgut verantwortlich sind. Dennoch könne Aspirin vorerst noch nicht allein zur Krebsvorsorge empfohlen werden, betonen sie.

Die regelmässige Einnahme von Aspirin über längere Zeit senkt das Risiko für verschiedene Arten von Krebs - für Darmkrebs sogar um 40 Prozent. Nun hat das Team um Primo Schär vom Departement Biomedizin der Universität Basel einen möglichen Mechanismus dafür gefunden, wie die Hochschule am Dienstag mitteilte.

Die Forscher haben in Darmgewebeproben von 550 Frauen über 50 Jahren bestimmte Erbgut-Markierungen auf der DNA untersucht. Diese Methylgruppen funktionieren wie eine Art Lesezeichen: Damit weiss eine Zelle, welche Gene abgelesen werden müssen, damit sie ihre Aufgabe als Haut-, Muskel- oder Darmwandzelle ausführen kann.

Diese Markierungen sind aber nicht stabil, sondern verändern sich mit dem Alter. Verändern sie sich an bestimmten Genen zu stark, kann ein Tumor entstehen. Die Forscher verglichen nun diese Methylgruppen mit den Angaben der Frauen zu Aspirin-Konsum, Rauchen, dem Body-Mass-Index und einer Hormonersatztherapie.

So konnten sie erstmals zeigen, dass eine regelmässige Einnahme von Aspirin genau diesen altersbedingten Verfall der Erbgut-Markierungen bremst. Rauchen dagegen beschleunigt den Alterungsprozess. «Gene, die bei der Entstehung von Krebs eine Rolle spielen, sind besonders betroffen», sagte Erstautorin Faiza Noreen in der Mitteilung.

Mitautor und Magen-Darm-Spezialist Kaspar Truninger betont indes, noch sei es zu früh, um Aspirin ohne Rücksprache mit dem Hausarzt nur zum Zweck der Krebsprävention einzunehmen. Denn Aspirin könne auch zu schweren Nebenwirkungen wie etwa Magen-Darm-Blutungen führen.

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