27.02.2019 11:13
Quelle: schweizerbauer.ch - jgr
Türkei
Erdogan schwört auf Hanf
Die türkische Regierung will im grossen Stil Cannabispflanzen anbauen lassen. Damit soll die darbende Landwirtschaft angekurbelt werden.

«Ich erinnere mich, wie meine Mutter zu Hause Taschen nähte, die wir dann zum Einkaufen nutzten»,  sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (64). Umweltfreundlich seien diese gewesen, wieder verwertbar und «aus Cannabis hergestellt».

Hat lannge Tradition

Seitdem würden die regierungsnahe Medien von den Heilkräften der Hanfpflanze, von Bioplastik und jahrhundertelang haltbaren Baustoffen, von hübschen Textilien schwärmen, schreibt die «Berner Zeitung». Leider sei der «grüne Schatz» verloren gegangen, weil es «die Feinde der Türkei, die vorgaben, Freunde zu sein», so wollten. Gemeint damit ist: der Westen im Allgemeinen und Amerika im Besonderen. 

Der Anbau der Cannabispflanze, der in Anatolien eigentlich eine lange Tradition hat, war in den vergangenen Jahrzehnten aufgrund der auf die USA zurückgehenden Anti-Drogen-Vorschriften praktisch auf null gesunken.

Loblied auf Kulturpflanze

Es wird spekuliert, Erdogan befolge mit seiner Begeisterung für Cannabis einen Tipp der internationalen Beratungsgesellschaft McKinsey, die auch schon in Libanon für die Wiederentdeckung von Hanf warb. 

Es gibt allerdings auch türkische Experten, die schon länger das Loblied der alten Kulturpflanze singen. Nun will das Agrarministerium die neuen Hanfbauern unterstützen, man rechnet mit grossem Interesse. So gross, dass manche schon fürchten, Cannabis werde Zwiebel und Zuckerrüben verdrängen. Dann müsste die Türkei noch mehr Lebensmittel einführen als bisher schon. 

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