7.02.2014 15:39
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Gesundheit
Erklärung für schrumpelige Haut gefunden
Wissenschaftler haben entschlüsselt, wie Schrumpelfinger im Schwimmbad oder in der Badewanne entstehen. Dahinter stecke ein komplexes Wechselspiel von Prozessen und Kräften in der äusseren Hautschicht, schreiben deutsche Experten in der Fachzeitschrift «Physical Review Letters».

Hinter diesem Prozess stehe vor allem das Protein Keratin, das in der äusseren Hautschicht komplexe Fasern bilde. Kommt die Haut mit Wasser in Kontakt, nimmt Keratin die Feuchtigkeit auf und dehnt sich aus. Dadurch werde die Haut schrumpelig.

Keratin-Fasern

Doch genau wie bei einer Spiralfeder, die man auseinanderzieht, gebe es auch bei den Keratin-Fasern Kräfte, die der Ausdehnung entgegenwirkten. Das sei entscheidend, damit die einzelnen Fasern sich nicht berühren und vernetzten. Denn dann könnten sie sich nicht mehr zusammenziehen - die Haut bliebe auch nach dem Baden für immer runzelig.

«Wir dürfen Wasser nicht zu schnell verlieren, wenn es in unserer Umgebung zu trocken ist», sagte der Physiker Roland Roth von der Universität Tübingen am Donnerstag. Das schaffe die Haut, wenn die glatt ist. «Wir müssen aber auch Wasser aufnehmen können, wenn wir uns in einer feuchten Umgebung aufhalten.»

Das schaffe die Haut, wenn sie runzelig werde. Die Keratin-Fasern stellten sicher, dass dieser Wechsel immer wieder möglich sei. So habe der Körper sowohl im Wasser wie ausserhalb optimale Bedingungen.

Kein Vorteil von Schrumpelhaut

Der Nutzen der Schrumpelhaut ist wissenschaftlich jedoch umstritten. Zuletzt haben Forscher am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin getestet, ob man mit Schrumpelfingern die nasse Seife besser packen kann. Sie kamen zu dem Ergebnis, das schrumpelige Haut dabei keinen Vorteil bietet. Zuvor waren britische Forscher genau zum gegenteiligen Ergebnis gekommen.

Die Erkenntnisse über die Bedeutung von Keratin, die nun mit Hilfe eines Computermodells gewonnen wurden, könnten eines Tages dabei helfen, künstliche Materialien nach dem Vorbild der Haut zu schaffen, hoffen die Forscher aus Tübingen und Erlangen.

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