18.03.2019 19:33
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Klimastreik
Erwachsene schüchtern Schüler ein
Eine Umfrage unter Schülerinnen und Schülern zeigt, dass viele den Klimastreiks vor allem aus Furcht vor negativen Konsequenzen fernbleiben. Desinteresse am Thema Klimawandel oder der Glaube, die Streiks würden nichts bewirken, spielen hingegen fast keine Rolle.

Die überwältigende Mehrheit der Klimastreikende geht aus Überzeugung auf die Strasse, dass der Klimawandel eine ernsthafte Krise und der Handlungsbedarf der Politik gross ist. Sie sorgen sich um die Zukunft der Umwelt und der Menschheit. 

Das ergab eine nicht repräsentative Umfrage mit knapp 900 Teilnehmenden im Alter von 14 bis 25 Jahren durch Forscher der Universität und der Pädagogischen Hochschule Bern. Von den Befragten hatte rund die Hälfte bereits an einem oder mehreren Klimastreiks teilgenommen.

Ermunterungen «unwichtig» 

Von den Streikenden bewerteten über 90 Prozent die erwähnten Motive als wichtig für ihre Teilnahme an den Streiks, so die vorläufige Auswertung der Daten, über welche die Uni Bern am Montag in einer Mitteilung informierte. Ein gleich grosser Anteil werteten indes Ermunterungen durch Lehrpersonen oder Eltern als «unwichtig».

Die Nicht-Streikenden scheinen den Klimawandel offenbar nicht als weniger ernstes Thema zu betrachten: Als wichtigster Grund für ihr Fernbleiben von den Klimastreiks stellte sich die Furcht vor negativen Konsequenzen heraus, wenn sie dem Unterricht oder der Arbeit fernblieben. 55 Prozent nannten diese Befürchtung als Motiv.

Kaum eine Rolle für die Nicht-Streikenden scheinen indes Desinteresse am Thema Klimawandel oder die Überzeugung zu spielen, dass die Streiks wirkungslos bleiben würden. Rund 80 Prozent dieser Gruppe werteten diese Gründe als «unwichtig» für ihre Entscheidung, den Streiks fernzubleiben.

«Dies deutet also darauf hin, dass die Nicht-Teilnehmenden Klimastreiks nicht grundsätzlich als unnütz oder den Klimawandel als unwichtig betrachten», liess sich Moritz Gubler von der Universität und der Pädagogischen Hochschule Bern zitieren, der die Befragung mit Adrian Brügger von der Uni Bern durchgeführt hat. Eine detaillierte Auswertung der Daten soll in den kommenden Monaten folgen, schrieb die Hochschule.

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