27.05.2015 06:14
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
USA/Mexiko
«Es ist das totale Chaos»
Schwere Unwetter und Überschwemmungen in Mexiko und den USA haben insgesamt rund 30 Tote gefordert. Während in Mexiko das Schlimmste vorüber scheint, steigt die Zahl Toten im Süden der USA rapide an.

Der Tornado trifft die Menschen in Ciudad Acuña völlig überraschend. Viele machen sich gerade auf den Weg zur Arbeit, als die Windhose mit enormer Wucht durch Altos de Santa Teresa am Rande der nordmexikanischen Stadt zieht. Innerhalb von Sekunden gleicht das bescheidene Viertel am Montagmorgen einem Trümmerfeld.

«Autos liegen auf den Häusern, tote Menschen auf den Strassen», sagt eine Anwohnerin der Zeitung «La Jornada», und weiter: «Es ist das totale Chaos.» 13 Menschen kommen bei dem Wirbelsturm ums Leben.

Teile von Texas und Oklahoma Katastrophengebiete

Derweil wüten auch in den USA heftiger Regen, Hagel, Gewitter und vereinzelt Tornados. Teile von Texas und Oklahoma wurden zu Katastrophengebieten erklärt. Laut Medienberichten starben von Freitag bis Montag mindestens fünf Menschen. Nach Einschätzung der Behörden könnte die Zahl auch noch höher liegen.

Südlich der texanischen Grossstadt Austin wurde ein Ferienhaus mit zwölf Menschen weggespült. Es prallt laut Polizei gegen eine Brücke. Alle zwölf Menschen werden zunächst noch vermisst, darunter zwei Familien mit kleinen Kindern.

Keine Fenster und Türen mehr

Auch Mexiko meldet zunächst noch fünf Vermisste. Etwa 290 Menschen werden bei dem verheerenden Tornado verletzt. Dutzende müssen im Krankenhaus versorgt werden. «Es handelt sich vor allem um Schnittverletzungen und Knochenbrüche», sagt Gesundheitsministerin Mercedes Juan.

Rund 80 Häuser sind total zerstört, 4000 bleiben zunächst ohne Strom. Fast alle Gebäude haben Fenster und Türen verloren. Die Kraft der Natur hat Autos Dutzende Meter durch die Luft gewirbelt oder sie zu bizarren Gebilden zusammengedrückt. Am Abend inspiziert der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto die Bergungs- und Aufräumarbeiten. «Das ist ohne Zweifel ungewöhnlich», sagt der Staatschef.

Im Gegensatz zu den USA sind Tornados in Mexiko äusserst ungewöhnlich. «Es hab keine Warnung. Weder von hier, noch aus den USA», sagt der Gouverneur des Bundesstaats Coahuila, Rubén Moreira, nach einem Rundgang durch das Viertel. «Es ist das erste Mal, dass wir einen Tornado in Ciudad Acuña hatten. Das gab es noch nie», fügte er hinzu.

In Mexiko kamen 13 Menschen ums Leben, über 200 wurden verletzt. Präsident Enrique Peña Nieto inspizierte am Dienstag die Aufräumarbeiten. «Ich habe mit den Anwohnern gesprochen und ihnen versprochen, dass wir die Normalität in ihrem Viertel wieder herstellen», sagte der Staatschef.

Überschwemmungen in den USA

Im Süden der USA werden besonders die Region um Austin und Houston (beide Texas) von sintflutartigen Regenfällen und schweren Fluten heimgesucht. Ganze Strassenzüge stehen unter Wasser. Parkende Autos versinken komplett. In einigen Häusern steht das Wasser laut dem «Weather Channel» zeitweise bis zu 1,50 Meter hoch.

In Houston waren in der Nacht zum Dienstag zeitweise 80'000 Menschen ohne Strom. Viele Autofahrer brachten sich auf höher gelegenen Strassen und Brücken in Sicherheit. «Das ist der schlimmste Regen, in dem ich je gefahren bin», sagte ein Autofahrer der Zeitung «Houston Chronicle». Hunderte Besucher eines Spiels in der Profi-Basketball-Liga NBA verbrachten die Nacht in der Sportarena, weil die Strassen unpassierbar waren.

Dutzende Mitarbeiter eines grossen Supermarktes blieben in dem Laden gefangen, der komplett umflutet ist. «Wir sind eine Insel hier», sagt ein 24 Jahre alter Angestellter dem TV-Sender NBC. «Es gibt keinen Weg raus für uns», fügte er hinzu. Auch für den späteren Dienstag hat der Nationale Wetterdienst heftigen Regen vorausgesagt. Neben Texas und Oklahoma könnten fünf weitere Staaten betroffen sein, darunter Louisiana und Mississippi.

Flüsse im «Tsunami-Stil» angeschwollen

US-Medien sprachen am Dienstagabend von mindestens 14 Opfern. Nach wie vor würden über ein Dutzend Menschen vermisst. Unter den Toten seien viele Autofahrer, die sich leichtsinnig in Gefahr begeben hätten, sagte der Gouverneur von Texas, Greg Abbott. Er rief die Autofahrer auf: «Fahren Sie nicht in an steigende Flüsse. Ihre Kraft ist unglaublich.

Teilweise seien Flüsse im «Tsunami-Stil» angeschwollen. Derartige Wassermassen könnten auch schwere Fahrzeuge mit sich reissen. Das amerikanische Fernsehen zeigte aus Texas und Oklahoma Bilder der Zerstörung. Mit am stärksten ist die Region Wimberley in Texas betroffen, allein dort wurden 400 Gebäude von den Fluten zerstört, rund 1000 beschädigt.

Die Behörden erklärten Teile von Texas und Oklahoma zu Katastrophengebieten. Südlich der texanischen Grossstadt Austin spülten die Wassermassen ein Ferienhaus mit zwölf Menschen weg - das Haus prallte laut Polizei später gegen eine Brücke.

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