29.08.2016 06:02
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Esaf
Esaf: Ein riesiges Volksfest
Das «Eidgenössische» ist aber nicht nur ein Sportfest, sondern auch ein riesiges Volksfest mit Partyprogramm am Abend in den Festzelten. Die Organisatoren erwarteten insgesamt rund 250'000 Besucherinnen und Besucher. Gekommen sind nach ihren Angaben rund 280'000; 255'000 während der drei Festtage und 25'000 bereits im Vorfeld.

Die Organisatoren zogen am Samstagabend eine «sehr positive Bilanz». Das Fest verlieft friedlich und ohne grössere Zwischenfälle. Das befürchtete Verkehrschaos bleib aus.

Dicke Schweissperlen

Das Grosse Thema des dreitägigen Grossanlasses war stattdessen die Hitze. Bei Temperaturen von über dreissig Grad war jedes noch so kleinen Schattenplätzchen gefragt. Wer konnte, verdrückte sich unter Sonnenschirme oder in die Festzelte. Selbst unter Bänken suchten manche Schutz vor der Sonne. Die Sanitäter leisteten während des Festes 1354 Einsätze wegen leichter Verletzungen. Wegen Scherben mussten mehr als 200 Schnittverletzungen behandelt werden. Auch die Hitze setzte manchen Festbesuchern zu. Insgesamt wurden 45 Personen ins Spital gebracht, davon neun Notfälle.

Kaum je dürften die an Schwingfesten populären Edelweisshemden, Sennenkutten und Trachten wärmer gemacht haben als am Fest in Estavayer. Die Organisatoren hatten ein Fest geprägt von Leidenschaft und Emotionen versprochen. Damit wurden die Besucher in- und ausserhalb der Arena gut bedient.

Kraft der Tradition

Bereits bei der Eröffnungsfeier am Freitag und auch am offiziellen Festakt am Sonntag liessen die Organisatoren die vielfältige Freiburger Kultur und Tradition hochleben. Das Publikum dankte es mit viel Applaus. Zur eigentlichen Hymne des Festes wurde der Freiburger Kuhreihen «Ranz des vaches», bei dem das Publikum begeistert mitsang.

Bundespräsident «Schneider-Ammann Johann», wie er im Stadion nach Schwingersitte mit dem Nachnamen zuerst begrüsst wurde, beschwor in seiner Ansprache die Kraft der Tradition. Tradition und Gemeinsinn machten die Schweiz stark. «Eine Schweiz, auf die wir stolz sind und für die wir all unsere Kraft verwenden.»

Budget: 29 Millionen

Am Schwingfest in Estavayer zeige sich die Freiburger Tradition in ihrer ganzen Pracht. Das ganze Land könne stolz sein auf Estavayer und die Romandie, schloss der Bundespräsident. Nach dem Festsieg von Glarner gratulierten Schneider-Amman, wie auch sein Bundesratskollege Guy Parmelin, dem neuen Schwingerkönig auf Twitter.

A propos Twitter: der Hashtag «esta16» war nach Angaben der Schwingfest-Veranstalter am Wochenende der meisteverwendete der Schweiz. Das «Eidgenössische» ist mit einem Budget von mittlerweile rund 29 Millionen Franken und zahlreichen Grosssponsoren längst auch «Big Business». Es sind nicht nur drei Tage sportliche Leistung, sondern auch drei Tage durchprofessionalisiertes und wohlkommerzialisiertes Heimatgefühl.

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