Montag, 5. Dezember 2022
17.01.2017 08:35
Gesundheit

Essen führt zu schützenden Entzündungen

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter

Bei jedem Essen gelangen auch Bakterien in den Körper, die es abzuwehren gilt. Dabei kommt es zu einer Entzündungsreaktion, die bei Gesunden schützend wirkt. Bei Übergewichtigen fällt sie jedoch so heftig aus, dass sie zu Diabetes führen kann, wie Basler Forscher berichten.

Wissenschaftler um Marc Donath vom Universitätsspital Basel haben herausgefunden, dass sich bestimmte Immunzellen während einer Mahlzeit im Darm von Mäusen sammeln. Diese Immunzellen, Makrophagen genannt, produzieren dann je nach Blutzuckerspiegel einen Entzündungsbotenstoff, der die Insulinausschüttung in der Bauchspeicheldrüse anregt.

Kurzfristige Entzündung

Essen löse also eine kurzfristige Entzündung aus, die für die Verarbeitung des aufgenommenen Zuckers wichtig sei, teilte die Universität Basel am Montag mit. Der Entzündungsbotenstoff – Interleukin-1beta genannt – reguliert demnach gemeinsam mit Insulin den Blutzucker.

Zudem sorgt der Botenstoff dafür, dass das Immunsystem mit Zucker versorgt und aktiviert wird. Dies ist wiederum wichtig, um die mit der Nahrung aufgenommene Bakterien unschädlich zu machen.

Chronische Entzündung

Interleukin-1beta spielt aber auch bei der Entstehung von Altersdiabetes (Typ-2-Diabetes) eine wichtige Rolle, da er bei dieser Erkrankung chronisch ausgeschüttet wird. Dies schädigt die Insulin-produzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse.

Die Bedeutung von Interleukin-1beta für den gesunden Zuckerstoffwechsel sei bisher relativ unerforscht gewesen, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt «Nature Immunology». Die gleiche Entzündung, die bei Gesunden schützend wirkt, kann also bei Übergewichtigen chronisch werden und zu Diabetes führen.

Nahrungsmangel 

Dieses Zusammenspiel aus Stoffwechsel und Immunsystem ist laut den Forschenden von den aufgenommen Bakterien und Nährstoffen abhängig. Werden ausreichend Nährstoffe aufgenommen, wird auch das Immunsystem mit genügend Zucker versorgt, um auf Bakterien angemessen reagieren zu können.

Bei Nahrungsmangel hingegen müssen die wenigen Kalorien für wichtige Lebensfunktionen eingespart werden, schrieb die Uni Basel. Das gehe zulasten der Immunantwort. Das könnte auch erklären, warum bei Hungersnöten auch oft Infektionskrankheiten auftreten.

Mehr zum Thema
Allerlei

Fiaker mit rastenden Kutschern in Wien.Wikipedia, Sebastian Schreiber In Wien sind am Samstag die Pferde einer Kutsche durchgegangen. Beim Versuch, sich aus dem Gefahrenbereich zu bringen, kamen zwei Passanten zu…

Allerlei

Antoine F. Goetschel hat sich mit der Stiftung für das Tier im Recht  für die Lösung der Tiere vom Sachstatus im Schweizer Recht eingesetzt. Martina Häberlin Die Universität Bern verlieh am Samstag…

Allerlei

Ehrlichkeit wird belohnt.SNB Ehrliche Finder bescheren einem betagten Mann im Wallis ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk. Sie brachten ihm einen Umschlag mit 20’000 Franken zurück, den sie auf der Strasse unweit einer…

Allerlei

Die Schweiz bleibe der Favorit der internationalen Tabakkonzerne, schreibt die Arbeitsgemeinschaft kritisch.Samuel Krähenbühl Die Schweiz tut zu wenig gegen die Eindämmung des Tabakkonsums. Das stellt die Vereinigung der europäischen Krebsligen…

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE