20.03.2017 09:40
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Freiburg
Explosion in Landmaschinenbetrieb
In Lugnorre FR hat sich am Samstagnachmittag in einer Landmaschinenwerkstatt eine Explosion ereignet. Zwei junge Männer wurden schwer verletzt. Häuser in der Nachbarschaft mussten evakuiert werden.

Eine heftige Explosion erschüttere am Samstag um 16.50 Uhr das beschauliche Dorf am Mont Vully. «Der Knall war dumpf und laut, aber ich habe mir anfangs nicht viel dabei gedacht», sagt eine Nachbarin gegenüber 20 Minuten Online.

Für zwei junge Männer hatte die Detonation schlimme Folgen. Ein 16- und ein 22-Jähriger erlitten schwerste Verbrennungen. Als die Rettungskräfte eintrafen, befand sich der 16-Jahrige noch im Gebäude. Der Jüngere der Beiden, Sohn des Werkstatteigentümers, wurde ins Unispital Lausanne geflogen, sein Kollege wurde von der Rega nach Zürich überstellt.

Gemäss ersten Untersuchungen haben die beiden Männer mit einem Winkelschleifer an einem an der Wand befestigten Tresor gearbeitet, als dieser explodierte. «In der Landmaschinen-Werkstatt stand sicher Diesel oder Benzin. Durch die Funken des Winkelschleifers kam es wohl zur Detonation», vermutet ein Anwohner.

Schwarzpulver führte zu Explosion

Die Explosion in der Werkstatt ist auf Schwarzpulver zurückzuführen. Dieses war in einem Produkt enthalten, das explodierte, als offenbar bei Arbeiten mit einem Winkelschleifer ein Funken darauf fiel. Dies ergab die Laboruntersuchung von Proben des Unfallortes, wie ein Sprecher der Freiburger Kantonspolizei am Montag Berichte von «Freiburger Nachrichten» und «La Liberté» bestätigte. Die Polizei konnte die beiden Verletzten noch nicht befragen. sda

Die Explosion war heftig. Das Innere der Werkstatt wurde vollständig zerstört. Die Fensterscheiben am Gebäude gingen zu Bruch. Teile aus der Werkstatt wurden auf den Vorplatz geschleudert. Aus Sicherheitsgründen wurden drei benachbarte Gebäude, in denen sich insgesamt neun Personen aufhielten, von den Sicherheitskräften vorsorglich evakuiert, schreibt die Kantonspolizei Freiburg. Spezialisten gaben im Verlauf des Samstags Entwarnung, die Bewohner konnten in ihre Wohnungen zurückkehren. Das Dorfzentrum wurde aber bis gegen 00.30 Uhr abgeriegelt.

«Wir haben bisher noch keine Informationen bezüglich Explosionsursache», sagte der Sprecher der Freiburger Kantonspolizei, Bernard Vonlanthen, gegenüber 20 Minuten. Spezialisten untersuchten den Landmaschinenbetrieb auf weitere explosive Stoffe.  Die Einsatzkräfte waren mit einem Grossaufgebot vor Ort. Mehrere Polizeipatrouillen, fünfzig Feuerwehrmänner, drei Ambulanzen und psychologische Betreuer hatten sich in Lugnorre oberhalb des Murtensees eingefunden. 

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