31.12.2019 07:13
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Klima
Extrem milder Dezember
Mit dem landesweit drittwärmsten Dezember seit Messbeginn hat die Schweiz einen extrem milden Winterbeginn erlebt. Einzelne Föhntäler der Alpennordseite registrierten gar den mildesten Dezember seit Messbeginn im Jahr 1864.

Regional stiegen die Föhnstunden auf den zweithöchsten Dezemberwert seit Beginn der automatischen Messungen im Jahr 1981, wie das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz) am Montag mitteilte. Auf der Alpensüdseite war es gebietsweise der niederschlagsreichste Dezember der letzten 50 Jahre.

Der Dezember ist seit der vorindustriellen Periode 1871 bis 1900 im landesweiten Mittel um 2,2 Grad Celsius wärmer geworden. Auf der Alpennordseite unterhalb von 1000 Meter beträgt die Erwärmung 2,5 Grad. Die Dezembertemperatur stieg von -1,2 Grad auf +1,3 Grad an.

In den Niederungen der Alpensüdseite sind Dezembermonate unter 0 Grad extrem selten und seit über 100 Jahren kein Thema mehr. In Lugano lag der vorindustrielle Dezemberdurchschnitt bei +2,6 Grad, heute liegt er bei +4,5 Grad. Die Erwärmung erreicht hier knapp 2 Grad.

Das erste Monatsdrittel war nach einem regnerischen 1. Dezember vorwiegend hochdruckbestimmt. Auf der Alpennordseite lag dabei oft Hochnebel, der sich regional nur teilweise oder gar nicht auflöste. Auf der Alpensüdseite und in den Alpen gab es viel Sonnenschein.

Vom 11. bis am 14. Dezember führten lebhafte, zum Teil auch stürmische Strömungen aus Westen und Nordwesten kühle Luft in die Schweiz. Am 11. fiel im Norden Schnee auf 400 bis 700 m hinunter. Am 13. Dezember gab es beidseits der Alpen etwas Schnee bis in tiefe Lagen. Im Zentralwallis erreichte die Neuschneemenge über 20 cm.

Ab der Monatsmitte waren für knapp eine Woche Südwest- und Südlagen und über den Alpen der Südföhn die dominanten Wetterelemente. Die Alpensüdseite verschwand unter einer kompakten Wolkendecke und es fiel täglich Niederschlag. Die Alpennordseite wurde mit sehr milder Luft aus dem westlichen Mittelmeerraum beliefert.

Vom 21. bis am 27. Dezember führten kräftige bis stürmische West- und Nordwestströmungen vorwiegend mildfeuchte Meeresluft zur Schweiz. Auf der Alpennordseite war es oft trüb und fast täglich fiel Niederschlag. Die Schneefallgrenze schwankte meist zwischen 800 und 1300 m.

Ab dem 28. Dezember bis zum Jahresende installierte sich über Europa ein umfangreiches Hochdruckgebiet. Mit dem Hochdruck kam die Bise und über den Niederungen beidseits der Alpen der Hochnebel, der sich regional nicht auflöste. 

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