Freitag, 20. Mai 2022
17.01.2022 14:00
Geoengineering

Fachleute warnen vor künstlicher Reduzierung der Sonneneinstrahlung

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Von: sda

Forschende und Umweltschützer haben vor Plänen zur künstlichen Reduzierung der weltweiten Sonneneinstrahlung im Kampf gegen die Erderwärmung gewarnt.

In einem am Montag in der Fachzeitschrift «WIREs Climate Change» veröffentlichten Brief erklärten die Fachleute, dass ein solch weltweiter Eingriff «nicht auf faire, integrative und effektive Weise geregelt werden» könne.

Den mehr als 60 Unterzeichnenden zufolge sollten nationale Regierungen und die UNO deshalb eine «Normalisierung» solcher Massnahmen verhindern.

Menschliche Eingriffe

Unter dem Begriff «Solar Geoengineering» werden verschiedene Möglichkeiten diskutiert, wie Menschen künstlich die Intensität der Sonneneinstrahlung und damit die Erderwärmung verringern könnten. Eine Option wäre die massenhafte Zufuhr von Schwefel in die Atmosphäre. Dadurch entstehen winzige Schwebeteilchen, die Sonnenstrahlung zurück in den Weltraum reflektieren, bevor diese die Erdoberfläche erreicht. Ein ähnlicher Effekt ist in der Natur nach grossen Vulkanausbrüchen oder Meteoriteneinschlägen bekannt.

Lokal negative Auswirkungen

Während solche technologischen Massnahmen gegen den Klimawandel die Erwärmung theoretisch stoppen könnten, wären die regionalen Auswirkungen laut diverser Studien verheerend. So würde eine künstliche Abschwächung der Strahlungskraft der Sonne wahrscheinlich die Monsunregenfälle in Südasien und Westafrika unterbrechen. Dadurch könnte die vom Regen abhängige Landwirtschaft dort vernichtet werden, die hunderte Millionen Menschen ernährt. Der Weltklimarat IPCC warnte zudem kürzlich, dass dadurch auch Trockenheit im Amazonasgebiet in Lateinamerika droht.

Die Forschenden machen sich zudem Sorgen darüber, was passieren könnte, wenn die künstliche Zufuhr der Teilchen in der Atmosphäre plötzlich endet. In dem Falle würden die «Oberflächentemperaturen mit hoher Wahrscheinlichkeit schnell ansteigen», warnte der IPCC. Darüber hinaus würde die Technologie nichts gegen die anhaltende Anreicherung von Treibhausgasen wie CO2 in der Atmosphäre ausrichten.

Falsche Hoffnungen

Die Unterzeichnenden des Briefes warnten davor, dass die Diskussion über Geoengineering Hoffnungen auf eine schnelle Lösung des Klimaproblems ohne das Vorgehen gegen die Ursache wecken könnte. Demnach könnte dies Regierungen, Unternehmen und Gesellschaft davon abhalten kann, «ihr Möglichstes zu tun, um so schnell wie möglich eine Dekarbonisierung oder Kohlenstoffneutralität zu erreichen».

Es gebe derzeit kein System, das Geoengineering-Programme überwachen könnte. Theoretisch wäre es möglich, dass ein Land oder sogar ein einzelner Milliardär mit Raketentechnologie ein solches Projekt im Alleingang startet.

In dem Brief wird deshalb ein internationales Abkommen über den Verzicht auf solche Projekte gefordert. Damit sollte die Finanzierung von Experimenten zum Geoengineering verboten werden. Auch sollten keine Patente für solche Technologien erteilt werden, forderten die Experten.

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2 Responses

  1. Es führt kein weltweit an der Dekarbonisierung unserer Wirtschaft vorbei.
    Mehr Solar und Windenergie, die Schweiz hat bisher im Vergleich zu Deutschland und Skandinavien fast nichts gemacht, weil die SVP fast alles abblockt.
    Dabei sind die Technologien da, E-Mobilität , Wärmepumpen können Verkehr und Heizungen im Winter aber auch Kühlung im Sommer gewährleisten. Aber man muss wollen und anpacken und nicht alles sabotieren, wie es unsere Sünnelis praktizieren.

  2. Ohne Sünnelis wären wir schon lange Teil der EU und würden nichts mehr alleine entscheiden und würden nur noch Netto-Zahler sein. Das ganze Geschwurbel um den Einfluss des Menschen auf das Klima ist ja hirnrissig. Die Population der Menschen ist von 500 Mio auf 8 Mrd gestiegen und die Temperatur blieb praktisch gleich. Also wo ist da der Einfluss des Menschen. Jene welche so denken, sind wie die Ameise, die einen Furz ablässt und meint, sie habe den Frühling damit ausgelöst.

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