10.01.2014 09:36
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Gesundheit
Faserreiche Nahrung lindert Asthma bei Mäusen
Futter, das reich an Nahrungsfasern ist, kann bei Mäusen allergisches Asthma lindern. Dies legt eine Studie von Lausanner Forschern nahe, die am Sonntag im Fachjournal «Nature Medicine» erschienen ist. Den Forschern zufolge kann faserreiche Nahrung die Entwicklung von Immunzellen beeinflussen.

In den letzten Jahrzehnten erkrankten immer mehr Menschen an allergischem Asthma, sowohl in Industrie- wie Entwicklungsländern. Gleichzeitig sank der Konsum von Lebensmitteln wie Gemüse und Früchten, die reich an Nahrungsfasern sind. Schon länger ist bekannt, dass eine faserreiche Ernährung Darmkrankheiten lindern kann.

Weniger Reaktionen auf Hausstaubmilben

Doch nun konnte ein Team um Benjamin Marsland vom Universitätsspital Lausanne (CHUV) bei Mäusen zeigen, dass die Fasern nicht nur im Darm, sondern sogar bis in die Lunge wirken. Sein Team hat Mäuse entweder mit einer Standarddiät mit vier Prozent Fasern gefüttert oder mit einer Niedrigfaserkost mit nur 0,3 Prozent Fasern.

Letztere gleicht ungefähr der westlichen Ernährungsweise, wie der Schweizerische Nationalfonds, der die Studie finanziert hat, am Montag mitteilte. Die mit wenig Fasern gefütterten Mäuse reagierten mit stärkeren allergische Reaktionen auf ein Extrakt von Hausstaubmilben als die Mäuse auf Standarddiät.

Bakterien beeinflusst

Die Versuche von Marslands Team zeigen auf, dass die Nahrungsfasern die Zusammensetzung der Darmbakterien verändern. Bestimmte Bakterien können Fasern zu kurzkettigen Fettsäuren zerlegen, respektive fermentieren. Diese gelangen ins Blut und können im Knochenmark die Reifung von Immunzellen beeinflussen.

Das Hausstaubmilbenextrakt lockt diese Zellen in die Lunge, wo sie die allergische Abwehrreaktion dämpfen, die einen Asthmaanfall verursacht. Im Versuch reduzierte auch die alleinige Gabe der Fettsäure Propionat, die beim Abbau von Fasern entsteht, die allergische Entzündungsreaktion in der Lunge.

Die Forscher vermuten, dass die Prozesse beim Menschen ähnlich ablaufen. Sie wollen diese Zusammenhänge nun in klinischen Studien an Versuchspersonen überprüfen.

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