7.10.2013 14:39
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Detailhandel
Fehlendes Tageslicht: Mehr Pausen für Migros-Mitarbeiter
Die Migros-Mitarbeitenden im Untergeschoss des Zürcher Hauptbahnhofs sollen mehr Pausen erhalten, um in dieser Zeit «Licht zu tanken». Dies hat das Zürcher Verwaltungsgericht entschieden. Der Migros, die sich gegen diese bezahlten Licht-Pausen wehrte, entstehen damit zusätzliche Lohnkosten in der Höhe von rund 750'000 Franken.

Für die Stadt Zürich war der Fall eigentlich bereits im Jahr 2009 klar: Wer ständig ohne Sicht ins Freie arbeiten muss, hat Anrecht auf zusätzliche Pausen, um in dieser Zeit «Licht zu tanken». Pro Halbtag seien 20 Minuten angemessen, pro Tag also 40 Minuten. 

Migros Rekurs erfolglos

So hielt es die Stadt Zürich damals in ihren Auflagen fest, als sie der Migros-Genossenschaft Zürich die Baubewilligung für die neue Migros im Hauptbahnhof inklusive eines Take-Away-Ladens erteilte. 
 
Die Migros war mit dieser Auflage jedoch nicht einverstanden und legte bei der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich Rekurs ein - nicht zuletzt, weil die bezahlten Zusatzpausen pro Jahr rund 750'000 Franken zusätzliche Lohnkosten verursachen würden. 

Für die Migros «durchaus tragbar» 

Die Volkswirtschaftsdirektion teilte jedoch die Meinung der Stadt Zürich und wies den Rekurs ab. Die Migros gelangte daraufhin ans Verwaltungsgericht - allerdings erneut ohne Erfolg, wie aus dem Urteil hervorgeht. Gesundheitsschutz sei Sache des Arbeitgebers und gehe deshalb zu seinen Lasten, schreibt das Gericht. 

Die vorgesehenen kompensatorischen Massnahmen seien verhältnismässig und für die Migros wirtschaftlich durchaus tragbar. Schliesslich ziehe sie doch auch ihre Vorteile daraus, dass sie im Untergeschoss des Hauptbahnhofes einen Laden und einen Take Away betreiben könne.

Bei der Migros hat man das Urteil zur Kenntnis genommen und wird es nun analysieren, wie es dort auf Anfrage hiess. Der Entscheid des Verwaltungsgerichtes ist noch nicht rechtskräftig. Die Migros kann ihn noch ans Bundesgericht weiterziehen. 

Detailhändler halten sich an Seco-Vorgabe 

Im Detailhandel müssen viele Angestellte ohne Tageslicht auskommen, vor allem in grossen Läden und in Einkaufszentren. Die grossen Akteure im Detailhandel, darunter auch Migros und Coop, halten sich in diesem Zusammenhang an die Empfehlungen des Staatssekretariates für Wirtschaft (Seco). 

Das Seco hält - wie auch die Stadt Zürich - zusätzliche Pausen für nötig. Allerdings müssen diese Pausen nach Ansicht des Seco nicht bezahlt werden. In einem Merkblatt an die Detailhändler umschreibt das Staatssekretariat die Pausen als «bewilligtes, periodisches und bewusstes Tanken von Tageslicht und Sicht ins Freie».

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Migros kann es noch ans Bundesgericht weiterziehen.

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