28.10.2019 06:33
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
Fleischkonsum verringern
Für eine Verringerung des Fleischkonsums aus gesundheitlichen Gründen und zur Verbesserung des Klimaschutzes hat sich eine Gruppe von österreichischen Wissenschaftlern ausgesprochen.

Der Doppelnutzen einer Ernährungsumstellung sei durch Berichte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und zahlreiche internationale Publikationen sehr gut belegt, heisst es in einem offenen Brief an die Wiener Gesundheitsministerin Brigitte Zarfl, der am Montag vergangener Woche auf der Internetplattform „Diskurs - Das Wissenschaftsnetz“ veröffentlicht wurde.

Die Forscher appellieren an Zarfl, dafür zu sorgen, dass bei den anstehenden Regierungsverhandlungen von den Politikern Partei für die Gesundheit und das Klima ergriffen werde.

Weniger Tote durch Ernährungsumstellung

Nach Einschätzung der Wissenschaftler könnten in Österreich durch „eine zumutbare“ Einschränkung des Fleischkonsums bei einer gleichzeitigen Erhöhung des Anteils an Obst und Gemüse etwa 6 % bis 19 % der vorzeitigen Sterbefälle verhindert und bis zu 70 % der durch die landwirtschaftliche Produktion verursachten Treibhausgasemissionen eingespart werden.

Allerdings bedürfe es zur Erreichung dieser Ziele einer Zusammenarbeit mehrerer Ressorts. Zentral für deutliche Veränderungen beim Fleischkonsum seien Preissignale, heisst es in dem Schreiben. Angesichts bedeutender Verbesserungspotentiale und vielschichtiger Problemdimensionen seien aber umfassende Massnahmenbündel notwendig.

Gesundheitliche Vorteile

Wichtig sei es beispielsweise zu klären, wie dies für die Konsumenten und die Produzenten sozialverträglich gestaltet werden könne. Bereits eine von den Konsumenten zunehmend geforderte Verbesserung der Standards in der Tierhaltung könnte nach Ansicht der Forscher durch die daraus resultierenden Preiserhöhungen eine gesundheitsförderliche Verlagerung des Konsums bewirken.

Die gesundheitlichen Vorteile seien allerdings gerade für einkommensschwache Gruppen evident. Hochwertige Fleischprodukte, die biologisch hergestellt würden, dienten ausserdem dem Erhalt der Biodiversität sowie der Vielfalt von Kulturlandschaften, Arten und Nutztierrassen. 

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