2.07.2013 07:30
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/dpa
Forschung
Forscher machen El Niño früher vorhersagbar
Deutsche Forscher haben eine neue Methode entwickelt, mit der sie das Klimaphänomen El Niño früher und besser vorhersagen können. Der Prognosezeitraum steige damit von 6 auf bis zu 18 Monate, zudem seien die Warnungen vor El Niño deutlich treffsicherer, teilte die Universität Giessen mit.

Seit den 1950er Jahren gibt es im tropischen Pazifik ein Messnetz mit mehr als 200 Messpunkten zur Beobachtung von aussergewöhnlichem Verhalten der Wasser- und Lufttemperatur. Die Forscher spürten nun Zusammenhänge und bislang unerkannte Fernwirkungen auf, wie sie im US-Fachblatt «Proceedings of the National Academy of Sciences» (PNAS) berichten.  

Mehr Zeit zur Vorbereitung 

Diese seien bereits im Jahr vor dem weltweit wichtigsten Phänomen natürlicher Klima-Schwankung erkennbar, schreiben die Forscher um Josef Ludescher von der Uni Giessen. Zudem wurde mit der neuen Methode die Fehlalarm-Quote auf unter zehn Prozent gesenkt - das ist mehr als doppelt so gut wie die bisherigen Prognoseverfahren.  

«Um einige der schlimmsten Auswirkungen von El Niño zu vermeiden, ist eine längere Vorwarnzeit unglaublich wichtig, denn das gibt den Menschen in den betroffenen Regionen mehr Zeit zur Vorbereitung», sagte Mitautor Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (Pik).  

Markante Folgen

El Niño tritt unregelmässig, aber oft gegen Jahresende auf und führt unter anderem dazu, dass der Pazifik vor der Westküste Südamerikas wärmer wird und vor der Ostküste Australiens und Indonesiens kälter.  

Folgen sind unter anderem fehlende Fischströme, Wirbelstürme, sturzbachartige Regenfälle mit Überschwemmungen in Südamerika und anhaltende Dürren in Australien. Einer kürzlich veröffentlichten Studie zufolge hat die Erderwärmung das Klimaphänomen in den vergangenen Jahrzehnten verschärft.

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