26.07.2018 07:02
Quelle: schweizerbauer.ch - Mike Bircher
Blog
Frühere Ernte wegen Trockenheit
Unser Blogger Mike Bircher aus Wölflinswil AG tritt im September in Bern an den SwissSkills an. Er misst sich mit 35 andere Kandidaten und versucht, bester Landwirt zu werden. Bis zu den Meisterschaften schreibt er alle zwei Wochen einen Blog über seine letzten Tage als Lehrling und über seine Vorbereitung auf die Meisterschaften.

In den letzten zwei Wochen meiner Lehre haben wir das gesamte Getreide des Lehrbetriebes geerntet. Zuerst haben wir am 13. Juli den Weizen gedroschen. Einen Tag darauf folgte dann ein Teil des Ur-Dinkels. Am Samstag und Sonntag brachten wir das Stroh ein. Da ein Teil des Dinkels an einer schattigeren und feuchteren Lage stand, liessen wir diesen Teil erst eine halbe Woche später, am 18. Juli, dreschen. 

Getreide früh erntereif

Durch die starke Sommertrockenheit wurde das Getreide sehr früh erntereif. Für den Standort meines Lehrbetriebes, der im unteren Suhrental AG liegt, ist dieser frühe Erntezeitpunkt sehr speziell. Im Normalfall werden Weizen und Dinkel hier erst Anfang August gemäht. Wir befürchteten, dass die Körner durch das frühe Abreifen sehr schlecht gefüllt sind und dadurch das Hektolitergewicht sehr tief sein wird. Wir waren positiv überrascht, als wir erfuhren, dass das Getreide ein optimales Hektolitergewicht erreicht hatte.

Weniger erfreulich war die tiefe Ertragsmenge. Das war jedoch zu erwarten, da der Bestand seit dem Frühjahr locker war. Weshalb das gesamte Getreide vom Betrieb einen so lockeren Bestand aufwies, ist uns nicht ganz klar. Vermutlich hat es jedoch auch mit der Trockenheit zu tun.

Gebrochene Strohwürfel

Einen Teil des Strohs brachten wir in die Grastrocknung. Daraus entstehen Strohwürfel, die aber umgehend in kleinere Stücke zerbrochen werden. Die gebrochenen Strohwürfel verwenden wir auf dem Betrieb für die Tiefboxen im Laufstall. Im Vergleich zu normalem Stroh bietet dieses Einstreumaterial eine trockenere und weichere Liegefläche. 

Die Würfel saugen sehr viel Feuchtigkeit auf. Im Weiteren kann man die Liegefläche besser ausebnen und den Mist entfernen, ohne viel Einstreumaterial zu entfernen. Gebrochene Strohwürfel haben jedoch den Nachteil, dass die Kühe das Material einfacher aus den Boxen scharren können. Zudem entstehen durch den zusätzlichen Verarbeitungsschritt vom Stroh mehr Kosten.

Das Ende der Lehrzeit

Nun ist meine dreijährige Lehre schon zu Ende. Es kommt mir vor, als wäre die Zeit im Schnellzugstempo vorbeigerast. Es geht eine schöne, spannende und lehrreiche Zeit zu ende. Etwas abschliessen zu können, ist ein schönes Gefühl. Man weiss, man hat auf etwas hingearbeitet, was einem niemand wegnehmen kann und für das ganze Leben hilfreich ist. Jetzt bin ich gespannt, wie es weitergeht und freue mich auf die Zukunft. 

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE