17.04.2020 16:40
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Coronavirus
Für Entwarnung ist es zu früh
Die Kurve der Neuansteckungen mit dem Coronavirus ist rasch abgeflacht. Für Entwarnung ist es aber zu früh: «Wir sind noch lange nicht aus der Gefahrenzone heraus», sagte Daniel Koch, Delegierter des Bundesamts für Gesundheit (BAG) für COVID-19, am Freitag vor den Bundeshausmedien.

Aus epidemiologischer Sicht bestehe immer noch ein grosses Risiko, dass sich mehr Leute ansteckten und es wieder mehr schwere Fälle gebe. Koch erinnerte daran, dass noch immer über 300 Menschen künstlich beatmet werden müssen. «Es ist eine gefährliche Krankheit, nicht nur für Risikopatienten.»

Koch äusserte sich auch zur Kritik der Gastronomie, dass der Bundesrat am Donnerstag keinen Fahrplan für die Öffnung von Bars und Restaurants vorgelegt. Das werde sicher noch einmal geprüft, sagte er. Es handle sich aber um einen «sehr schwieriger Bereich».

Wenn man in einem Restaurant zusammensitze, habe das Abstandhalten nicht die erste Priorität. Es liege daher auf der Hand, dass die Gastronomie nicht in einem ersten Schritt geöffnet werde. Koch erinnerte auch an die schlechten Erfahrungen mit beschränkten Auflagen für Restaurants von Mitte März. «Das hat überhaupt nicht funktioniert», sagte er.

Über Öffnungsszenarien wollte Koch nicht spekulieren. Dafür sei es zu früh. Man müsse zuerst prüfen, welche Möglichkeiten es überhaupt gebe, dass Gastrobetriebe gefahrlos Gäste bewirten und auch das Personal schützen könnten. Die Vielfalt in der Branche macht die Aufgabe nicht einfacher. Das kleine Kaffee lasse sich nicht mit dem Gourmet-Palast vergleichen, sagte Koch.

Auch für Festivals gibt es keine guten Nachrichten. Es sei nicht möglich, etwas Verlässliches zur Situation in drei Monaten zu sagen, sagt Koch. «Das wäre unseriös.» Der Bundesrat will an einer seiner nächsten Sitzungen entscheiden, ab wann wieder Grossveranstaltungen möglich sind.

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