21.09.2018 13:15
Quelle: schweizerbauer.ch - Michael Götz
Digitalisierung
Future Farm für Landwirte
Am Donnerstag, 20. September, wurde die Swiss Future Farm SFF in Tänikon offiziell und festlich eröffnet. Bundesrat Johann Schneider-Ammann war persönlich gekommen als Zeichen, dass der Bundesrat hinter der landwirtschaftlichen Forschung in der Ostschweiz steht. Mit Videos

Die drei Partner der Swiss Future Farm SFF, das Bildungs- und Beratungszentrum BBZ Arenenberg, die AGCO und der GVS Agrar AG wollen auf dem vom BBZ geführten Landwirtschaftsbetrieb gemeinsam nach Lösungen suchen, die ressourcenschonend, nachhaltig und wettbewerbsfähig sind. 

Zum Treffpunkt der Landwirtschaft werden

Smart Farming oder Digitalisierung kommen in der Landwirtschaft  immer mehr Bedeutung zu. Damit die Kommunikation zwischen der Steuerung und den Maschinen funktioniert, müssen die Produkte verschiedener Hersteller zusammenspielen, betont Morten W. Schmidt von der AGCO. Er sieht die Schaffung kompatibler Schnittstellen als eine der grossen Herausforderungen der Maschinenhersteller. Controlled Traffic wird ein weiterer Schwerpunkt der SFF werden, das bedeutet, dass sich Maschinen exakt in der richtigen Fahrspur lenken lassen.

Das BBZ führt den ehemaligen Versuchsbetrieb der Agroscope in Tänikon und stellt die Infrastruktur zur Verfügung. AGCO liefert die Hard- und Software und die GVS stellt und unterhält den Maschinenpark. Die Agroscope, die wie bisher in Tänikon angesiedelt ist, ist nicht Teil der SFF, aber Forschungspartner, präzisiert Huber. Oberstes Ziel der SFF ist es, die Smart Farming Technologien für die Landwirtschaft sichtbar, greifbar und verständlich zu machen. „Es ist ein wunderbarer Lernort für unsere Schüler“, sagt der Direktor vom BBZ. Die SFF soll sich sogar als Treffpunkt der Landwirtschaft etablieren.

Staatliche und private Partnerschaft

Der Name „Swiss Future Farm“ geht auf eine Idee der AGCO zurück, die im afrikanischen Sambia eine Versuchs- und Vorführfarm als „Future Farm“ gegründet hatte. Das brachte die Partner der SFF auf die Idee, so etwas auch in der Schweiz zu versuchen. Oberstes Ziel ist es, praxistaugliche Lösungen zu finden. „Es dürfen bei uns auch Fehler gemacht werden, welche die Bauern nachher nicht mehr machen sollen“, sagt Markus Angst von der GVS. „Die SFF soll den Landwirten zu Gute kommen“, fasst es die Moderatorin der Eröffnungsreden zusammen. „Es ist nicht nötig, vor der Digitalisierung Angst zu haben“, sagt Schneider Ammann. „Wir öffnen uns und versuchen das Beste daraus zu machen.“

Schneider-Ammann entschuldigt sich in der Eröffnungsrede dafür, dass es so aussah, als ob der Bundesrat die Ostschweiz vergessen habe. Er wolle nicht alles in der Westschweiz konzentrieren, aber einen „Campus mit allerbester Infrastruktur installieren“ und mit einem Netzwerk ausstatten, das bis in die Ostschweiz reichen müsse. Der Campus wie auch die Swiss Future Farm mache es möglich, mit den weltbesten Forschungspartnern zusammenzuarbeiten. „Wir müssen beim Verkauf unserer Produkte zeigen, dass wir bei den qualitativ besten zu Hause sind“, begründet es der Bundesrat.

Mehr zur Swiss Future Farm erfahren Sie in der Print-Ausgabe des "Schweizer Bauer" vom 22. September 2018.

Swiss Future Farm

Gegründet wurde die Swiss Future Farm schon am 1. Januar 2017, als das BBZ den Versuchsbetrieb der Agroscope in Tänikon in Pacht nahm. Mitte 2017 hat das BBZ einen Zusammenarbeitsvertrag mit der GVS und der AGCO geschlossen. Zum Versuchsbetrieb gehören 81 ha LN, davon 55 ha Ackerland und 20 ha Grünland, 65 Milchkühe und 55 Mutterschweine sowie 50 Schafe und Ziegen. Das BBZ stellt 7 Mitarbeiter.

 

 

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