24.08.2013 06:49
Quelle: schweizerbauer.ch - Pamela Fehrenbach
Esaf 2013
Gastronomie-Gigantismus am ESAF
In 7 Zelten mit insgesamt 16'000 Sitzplätzen und an zahlreichen Verpflegungsständen sollen die erwarteten 250'000 Festbesucher verköstigt werden. Ein Kraftakt für die Gastronomie und ihren Chef Hannes Imboden.

Der Gabentempel ist bereits eingerichtet, die Tiere im Stall, die Gabenbeiz fürs Publikum offen. Zahlreiche Besucher kommen und gehen, um mit eigenen Augen zu sehen, wie sich der Austragungsort des Eidgenössischen entwickelt. Auch wenn viele davon wohl kein Ticket ergattern konnten. Auf der Baustelle in Burgdorf ist das Esaf-Fieber spürbar.  

«Das Eidgenössische ist ganz klar eine riesengrosse Kiste», macht Hannes Imboden, Leiter Abteilung Fest, deutlich. «Aber ich habe ein Team von sehr guten und erfahrenen Leuten um mich, wie zum Beispiel die Organisatoren des Gurtenfestivals.» Doch auch selber ist Hannes Imboden kein unbeschriebenes Blatt, wenn es um das Organisieren von «grossen Kisten» geht. Jahrelang hat der Hotelier und Touristiker das ganze Fest- und Rahmenprogramm an den Int. Lauberhornrennen in Wengen organisiert. Doch das Esaf sprengt die bekannten Dimensionen.

Der grosse Plan

Rund zweieinhalb Jahre haben Hannes Imboden und seine 40 Teamkollegen der Abteilung Fest geplant und organisiert, damit alles glatt über die Bühne geht. «Das Einzige, was fest stand, war die Lage der Arena. Unser Grundgedanke bezüglich Gastronomie lag darin, den  Hauptteil der Festwirtschaft in – relativer – Nähe auf beiden Seiten der Arena anzusiedeln, damit möglichst viele Gäste nahe bei der Arena Platz finden.»  

Die kleineren Zelte werden Richtung Emme aufgestellt. Zusätzlich sollen auf dem ganzen Gelände verteilte Verpflegungsstände ohne Sitzgelegenheiten dafür sorgen, dass sich die Besucherströme etwas verteilen. Die sechs Grillstände rund um die Arena, die Public Viewing Arena und die fliegenden Verpflegungsangebote organisiert das OK in Eigenrechnung, mit rund 1300 freiwilligen Helfern.   

Doch die grossen Zelte, fünf mit 1600, zwei mit 2000 Sitzplätzen und das VIP-Zelt mit 2800 Sitzplätzen, wurden an professionelle Wirte vermietet. «Sie geschäften autonom, doch wir haben gemeinsam darauf geschaut, dass das Angebot ausgewogen ist und nicht jeder ‹Hörnli u Ghackets› anbietet. Damit die Preise sich nicht zu stark unterscheiden, haben wir Richtpreise vereinbart.» Bei der Vermietung der Verpflegungsstände wurde darauf geachtet, dass vorwiegend Schweizer Kost im Angebot ist. «Wir finden, das passt besser zum Schwingen.» Das Rahmenprogramm, also alles ausser die Gastronomie, läuft bei allen Zelten über das OK des Esaf.

Die Lieferanten

«Wir haben im Leitbild ‹daheim im Emmental› festgehalten, dass wir das regionale Gewerbe berücksichtigen möchten. Deshalb liefert unser Hauptlieferant Migros hauptsächlich aus dem Label «Aus der Region, für die Region». Hauptlieferant bei den Getränken sowie Logistikpartner ist Feldschlösschen. «Es werden zum Teil auch kleinere Lieferanten berücksichtigt, aber in bescheidenem Rahmen», so Imboden. Das liege vor allem an den erforderlichen Mengen und an der Logistik. «Sehr viel Menge muss kurzfristig geliefert werden können.» 

Die Herausforderung

«Aufgrund von Erfahrungszahlen aus Frauenfeld und nach unseren eigenen Berechnungen sprechen wir von rund 23'000 kg Fleisch, 88'000 Bratwürsten. Von ungefähr 480'000l Bier und Mineral. Solche Mengen logistisch umzusetzen, braucht eine Meisterleistung», betont Imboden. Erschwert wird das Ganze noch dadurch, dass das meiste morgens zwischen 3 Uhr und 5 Uhr passieren muss, denn das Gelände soll möglichst verkehrsfrei sein, so lange Besucher da sind.

«Damit das überhaupt möglich ist, wird die Ware vorab in den Verteilszentren gebündelt und zusammen angeliefert. Schwierig war oder ist sicher, abzuschätzen, in wie weit die Mengen aus Frauenfeld für Burgdorf relevant sind. Deshalb ist auch die Flexibilität der Lieferanten so wichtig.» Eine weitere grosse Herausforderung sei es wie an jedem Schwingfest, dass sich die Zuschauer innert kurzer Zeit verpflegen möchten um wieder pünktlich in der Arena zu sein. «Denn schliesslich geht es trotz dem ganzen Drumrum ums Schwingen.»

Damit bis am 30. August alles bereit steht, geben seit Mitte Juli Hunderte von Helfern aus verschiedensten Berufen und mit verschiedenstem Hintergrund Vollgas. Gemeinsam, Hand in Hand. Friedlich und viele mit einem Lächeln im Gesicht. Das Esaf-Fieber steckt offenbar nicht nur die Baustellenbesucher an. Sondern auch die, welche bis zur Eröffnung noch gehörig krampfen müssen.

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