22.08.2018 16:23
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Abfall
Gemeinden forcieren Plastiksammeln
Die Schweizer Haushalte sollen ihre Plastikabfälle vermehrt dem Recycling zuführen. In 30 Luzerner, Aargauer und Solothurner Gemeinden wird ein neuer Sammelsack eingeführt, in dem der Kunststoff gesammelt und dann an einer Sammelstelle wieder abgegeben werden kann.

Es sei die erste flächendeckende Kunststoffsammlung für eine Region, teilten die am «Bring Plastic Back»-Sack beteiligten neun Unternehmen am Mittwoch in Dagmersellen LU mit.

120'000 Einwohner

Die Einwohner der Region können die Säcke bei den beteiligten Entsorgungsunternehmen oder im Internet bestellen. Wenn der Plastiksammelsack voll ist, können sie diesen an einer offiziellen Sammelstelle abgegeben. Die 120'000 Einwohner zwischen Olten SO und Willisau LU könnten in den Säcken auf diesem Weg zum Beispiel Verpackungsfolien, Zahnpastatuben oder Blumentöpfe dem Recycling zuführen, teilte die Initianten des Plastikrecyclings mit.

In Dagmersellen wird der gesammelte Plastik zu Ballen gepresst und geht dann weiter nach Eschlikon TG zur Vorsortierung. Weiter verarbeitet wird der gesammelte Plastik dann in Süddeutschland und in Vorarlberg.

Plastik statt Kohle

Die Initianten des Plastikrecyclings weisen darauf hin, dass mit den gesammelten Kunststoffen neuer Plastik und Kohle ersetzt werden kann, Stoffe, die oft um die halbe Welt bis in die Schweiz importiert würden. Es mache deswegen Sinn, den gesammelten Plastik zum Recyclen 200 Kilometer weit zu transportieren. Mittelfristiges Ziel sei es aber, das ganze Kunststoffrecycling in der Schweiz abzuwickeln.

Der sortenreine Kunststoff wird zu Regranulaten verarbeitet, die Mischkunststoffe zu Flocken. Mit den Regranulaten können etwa Paletten, Rohre, Transportverpackungen, Kisten, Profile, Folien oder Säcke hergestellt werden. Die Flocken dienen den Zementwerken als Brennstoff, er ersetzt dort die Kohle.

Kein Brennstoff

Haushaltskunststoffe seien zu schade, um in Kehrichtverbrennungsanlagen verbrannt zu werden, teilten die Initianten des «Bring Plastic Back»-Sacks mit. Meist seien es qualitativ hochwertige Lebensmittelverpackungen, die nur kurz im Umlauf seien und gut für ein Recycling verwendet werden könnten.

Mit der Wiederverwertung der Kunststoffe könnten die CO2-Emissionen reduziert werden. Bei der Wiederverwendung von einem Kilogramm Recyclingkunststoff könne gleich viel CO2 gespart werden, wie ein Durchschnittsauto auf einer 25 Kilometer langen Fahrt produziere. Nach Angaben der neun Unternehmen, die hinter dem Plastikrecycling stehen, wird in der Schweiz bedeutend weniger Kunststoff wiederverwendet als in der EU. Es gelte, aus dem Werkstoff Kunststoff neuen Rohstoff zu machen, statt diesen zu importieren.

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