Freitag, 27. Januar 2023
10.01.2013 08:19
Gewässer

Giftige Blaualgen trotzen verbesserter Wasserqualität im Zürichsee

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Giftige Blaualgen sind im Zürichsee seit über 30 Jahren dominant, obwohl die Nährstoffbelastung im See stark abgenommen hat. Dies hat ein österreichisch-schweizerisches Forscherteam herausgefunden. Die Erkenntnisse sind laut den Forschenden wichtig für das Wassermanagement.

Ein Team um Veronika Ostermaier von der Universität Innsbruck hat Algen aus konservierten Seewasserproben aus den Jahren 1980 bis 2008 analysiert, wie die Uni Innsbruck am Mittwoch mitteilte. So konnte es erstmals die genetische Entwicklung der Blaualgenpopulation des Zürichsees über einen Zeitraum von fast 30 Jahren (1977 bis 2008) nachvollziehen.

Erwartungen nicht erfüllt

In der Blaualgen-Gattung Planktothrix gibt es rot pigmentierte, giftige Arten und grün pigmentierte, ungiftige Arten. Die roten gedeihen besser in sauerstoffarmen, tiefen Gewässern, die grünen in gut durchlüfteten, seichten Seen. Somit hatten die Forscher erwartet, dass zu Zeiten der Überdüngung die grüne Form im Vorteil gewesen ist.

Das Gegenteil erwies sich als zutreffend: Der Bestand der toxischen roten Blaualge hat zugenommen, obwohl die Nährstoffbelastung im Zürichsee stark gesunken ist. Dies berichtet das Team, zu dem auch Ferdinand Schanz von der Uni Zürich und Oliver Köster von der Wasserversorgung Zürich gehörten, im Fachjournal «BMC Biology».

Gene für Toxinbildung

Nahezu alle Individuen besassen die Gene zur Toxinbildung, und ihr Anteil blieb über den untersuchten Zeitraum erstaunlich stabil, wie die Uni Innsbruck schreibt. Der Anteil der grün pigmentierten Individuen sowie jener der ungiftigen war im Gegensatz dazu immer sehr gering.

«Für das Gewässermanagement und für die Forschung ist es wichtig zu wissen, wie toxisch Algenblüten sind und ob sich ihre Toxizität über die Jahrzehnte verändert», zitiert die Mitteilung Rainer Kurmayer vom Institut für Limnologie im österreichischen Mondsee. Diese bleibe erstaunlich konstant, wahrscheinlich aufgrund von Umweltfaktoren ohne direkten Bezug zur Toxizität.

Die von Blaualgen produzierten Giftstoffe wirken bei Wirbeltieren leberschädigend und stellen somit eine potenzielle Gefahr für die Trinkwasserversorgung dar. Vor allem in den 1960er- und 70er-Jahren kam es häufig zu sogenannten Algenblüten, der massenhaften Vermehrung der Blaualgen, als ungeklärte Abwasser und landwirtschaftliche Dünger noch direkt in die Seen gelangten.

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