28.08.2016 17:02
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Esaf
Glarner ist König!
Die Schweiz hat einen neuen Schwingerkönig: der Berner Oberländer Matthias Glarner entschied am Sonntag das Eigenössische Schwingfest nach einem packenden Wettkampf für sich. Die 52'000 Zuschauer im Stadion feierten den Sieger mit einer »Standing ovation«

Der Berner Matthias Glarner ist neuer Schwingerkönig. Im Schlussgang setzte er sich gegen den Bündner Armon Orlik durch. «Burgdorf war eine Hilfe. Es war ähnlich. Ich hab die Lehre daraus gezogen. Ich hab die Selbstsicherheit gehabt. Ich kann es mir selber nicht genau erklären», sagte Glarner nach dem Schlussgang. 

"Cooles Gefühl"

Glarner hatten die Experten wohl durchaus auf der Rechnung, doch der 30-jährige Meiringer war bisher kein grosser Medienstar wie andere Schwingerkollegen. Und so pirschte sich Glarner etwas im Schatten der hochgehandelten Favoriten an den Königstitel heran. In einem packenden Schlussgang bodigte der Berner Oberländer dann den Bündner Orlik. Die über 52'000 Zuschauer in der grössten mobilen Sportarena der Welt feierten den neuen König laustark.

Er habe seinen Sieg noch nicht ganz realisiert, aber es sei schon ein «ganz cooles Gefühl», sagte Glarner unmittelbar nach Schlussgang. In Glarners Heimat ist man «mächtig stolz» auf den neuen Schwingerkönig, wie der Meiringer Gemeindepräsident Roland Frutiger auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Am Montagabend wollen die Meiringer Glarner einen würdigen Empfang bieten. Auch Glarners Wohngemeinde Heimberg gratulierte und will den Schwingerkönig am Mittwoch empfangen.

Bereits 100 Kränze gewonnen

Der 30-jährige Glarner stammt aus Meiringen und ist studierter Sportwissenschaftler. Glarner schwingt seit 1994 und hat schon über hundert Kränze gewonnen. Er besiegte am Sonntag den 21-jährigen Bündner Jungspund Armon Orlik. Von den Jungen komme »geballte Power auf uns Alte zu«, sagte der faire Sieger Glarner im Interview unmittelbar nach seinem Sieg. Orlik bezeichnete er als Versprechen für die Zukunft.

Glarner stammt aus einer sportlichen Familie. Sein Bruder ist Fussballer im Fanionteam des FC Thun. Vor dem Berner Fansektor liess sich Glarner nach getaner Arbeit kräftig feiern. Er darf nun den Titel Schwingerkönig tragen. Ein Titel, den man lebenslang behält. Damit ist Glarner bis zum nächsten Eidgenössischen Schwingfest in Zug 2019 der einzige König, den die förderalistische Schweiz toleriert.

250'000 Zuschauer

Mit dem Sieg Glarners ging am Sonntag der grösste Sportanlass des Jahres zu Ende. Das »Eidgenössische« war nicht nur ein Sportereignis, sondern auch ein riesiges Volksfest. Eine der Hauptakteurinnen des Anlasses war die Sonne. Die hochsommerliche Hitze setzte nicht nur den Athleten, sondern auch den Festbesuchern zu.

Die Organisatoren erwarteten im Vorfeld rund 250'000 Besucherinnen und Besucher, eine Zahl die wohl erreicht oder gar übertroffen wird.

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