2.09.2013 22:22
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier/Fotos: sam/ats
Bern
Grossartiger Empfang für den Schwingerkönig
Matthias Sempach siegte am Sonntag verdient am Eidgenössischen Schwingfest in Burgdorf. Nur wenige Kilometer von der Stätte seines grössten Triumphs wird der Schwingerkönig vor über 3000 Fans in seinem Heimatdorf Alchenstorf BE empfangen. Mit Bildergalerie und Video.

Matthias Sempach holte sich am Sonntag verdient den Titel des Schwingerkönigs. Das Interesse an seiner Person war am Abend riesig. Sämtliche Medien wollten ein Statement vom Alchenstorfer. Der bescheidene und sympathische Sempach erfüllte fast sämtliche Wünsche.

Heute sind nun seine Fans an der Reihe. Diese haben den Modellathleten mit zum Sieg getragen. Mit Freundin Heidi, seiner Familie und Muni Fors begeht er die Umzugsroute durch sein Heimatdorf und dankt seinen Fans für die Unterstützung.

Berner Schwingerelite vor Ort

In Alchenstorf hat sich auch viel Prominenz eingefunden. Bundespräsident Ueli Maurer nimmt am Fest teil wie auch die der Berner Justizminister Christoph Neuhaus. Vor Ort ist auch die Direktorin von Emmentaler Switzerland, Franziska Borer. Emmentaler gehört wie IP Suisse zu den Sponsoren von Matthias Sempach.

Für Stimmung sorgt Sandra Lehmann. Die Bauerntochter aus dem Kanton Solothurn hat mit ihrer Volksmusik Fans im ganzem deutschsprchingen Raum. Das Fest ist vollem Gange. Hunderte Fans warten noch auf den Einlass in der Maschinenhalle in Alchenstorf. Und auch die ganze Berner Schwingelite ist vor Ort. Christian Stucki, Kilian Wenger und Matthias Siegenthaler wollen sich das Fest ihres Freundes nicht entgehen lassen.

Käser: "Het mit huere gfröit"

Der Gemeinderatspräsident von Alchenstorf Thomas Bill spricht aus, was alle Besucher auf der Zunge tragen: Freude herrscht! Das ganze Dorf fiebere seit Jahren mit Matthias mit. Die Freude sei riesig, sagt der stolze Bill. Matthias Sempach trifft um 20 Uhr in der imporvisierten Festhalle ein. "Ich gratuliere dir herzlich", sagt Bill zum berühmtesten Einwohner des 600-Seelen-Dorfes.

Der sichtlich bewegte Schwingerkönig bedankt sich bei seinen Eltern, Freunden und sämtliche Teilnehmern des Fests. Und der Schwingerkönig ist ein ganz grosser Sportler. Er gratuliert seinem Finalgegner Christian Stucki zu seiner Leistung. Er bittet sämtliche Kranzgewinner auf die Bühne. "Ich wünsche euch Kollegen für die Zukunft viel Erfolg und den Fans viel Vergnügen am Fest", so Sempach.

Der Schwingerkönig von 1989, Adrian Käser, selbst in Alchenstorf wohnhaft, blickte auf die Vergangenheit zurück. Der Schwingklub Kirchberg konnte viele Erfolge feiern. Seit 1956 kehrten die Sportler nicht ohne eidgenössischen Kranz zurück. "Mätthu, du hast in Burgdorf das ganze Schwingrepetoire angewendet. Dein Titel hat mich huere gfröit!", hob Käser hervor. Als Geschenk wurde dem König die Schwinghose des Schlussgangs überreicht. Aber auch der Verlierer des Schlussgangs ging nicht leer aus. Er erhielt ebenfalls die "Finalhose".

OK-Präsident bedankt sich

Der OK-Präsident des Esaf in Burgdorf, Nationalrat Andreas Aebi, wandte sich an Matthias Sempach: "Der Anlass ist für uns besonders wichtig. Burgdorf ist nur wenige Kilometer entfernt. Ich bedanke mich bei Landwirt Christian Wyss. Dank seines neuen Maschinenschopf können wir überhaupt dieses Fest durchführen", fügt Aebi lächelnd an. Aebi bedankt sich beim Schwingerkönig von 2010, Kilian Wenger, für seine Verdienste für den Schwingsport in den vergangenen drei Jahren.

"Wir hatte riesiges Glück. 230 Personen waren im Ok tätig, über 4500 freiwillige Helfer arbeiteten am Fest, 40'000 Personen besuchten den Umzug in Burgdorf und wir hatten Glück mit dem Wetter. Das ganze Fest blieb sehr ruhig, wir hatten keine Unfälle bei Sportlern und Besuchern", hielt Aebi fest. Zur Kritik des Gigantimus entgegnete Aebi, dass das Fest so gross werden musste: "Wo hätten wir denn sonst die Fans unterbringen sollen."

Aebi lobt Sempachs Zähigkeit und Bescheidenheit. Einen grossen Dank spricht er aber auch der Familie und Freundin von Matthias zu.

Neuhaus schenkt eigenen Wein

Der Berner Regierungsratspräsident Christoph Neuhaus überreichte nebst den Grüssen der Berner Regierung auch eine Flasche Weisswein von seinem eigenen Weingut. "Ich habe kein Heimet, aber einen 300 Quadratmeter grossen Weinberg", sagte Neuhaus. Zum Schluss stimmter er noch eine Welle an.

Finalgegner Christian Stucki freute sich über den Erfolg seines Mitstreiters. Und er verriet dem Schweizer Bauer auch ein Geheimnis: "Nach dem Esaf fühlt man sich wie ein 80-Jähriger", lächelte der Seeländer müde.

Maurer lobte Sempach und Stucki

Bundespräsident Ueli Maurer wies auf die hohe Medienpräsenz des Esaf hin. "Während Wochen gab es kein anderes Thema im Land", sagte Maurer. Er verwies aber auch die Werte und Kultur des Anlasses. Das Emmental sei der richtige Ort dafür. "Das Emmental hat die urtümliche Kraft der Schweiz. Die Region hat dem Land in den vergangenen Tagen viel von diesen Werten vermittelt", hebt er hervor.

Er zeigte sich aber auch erfreut über den Anlass und die dazugehörenden Bauten. Maurer stellte aber den Schlussgang ins Zentrum. Und hier besonders den sehr fairen Umgang der beiden Spitzeschwinger. Die Fairness von Stucki sei etwas Einmaliges und gehe unter die Haut. Er lobte die Technik von König Sempach. Er verwies auf das jahrelange und harte Training von Sempach. Imponiert war er ob der mentalen Verfassung des Oberaargauers. "Das zeichnet eine Persönlichkeit aus. Das war der Höhepunkt des Fests. Mätthu war stets bescheiden, aber zielstrebig. Er ist immer mit beiden Beinen auf dem Boden. Er ist ein Vorbild für die ganze Schweiz", so ein sichtlicher bewegter Bundesrat. Sempach soll sich selbst bleiben. "Das ist eine Qualitätsgarantie", lobte Maurer. Dem Bundespräsidenten schwallt riesiger Applaus entgegen.

Das "Königsfest" dauerte noch bis spät in den Montagabend hinein. Die Guggemusig sorgte für Unterhaltung. Und auch im Aussenbereich feierten die Fans von Mätthu kräftig weiter.

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