23.06.2019 07:25
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Neuenburg
Heftige Gewitter fordern Verletzte
Bei heftigen Gewittern sind im Val-de-Ruz im Kanton Neuenburg in der Nacht auf Samstag vier Personen verletzt worden, eine von ihnen schwer. Der Bach zwischen Dombresson und Villiers trat über die Ufer und trug Dutzende Autos davon.

Die heftigen Gewitter gingen am Freitag ab 22 Uhr nieder. Der Bach, der die beiden Dörfer Dombresson und Villier sowohl verbindet als auch durchquert, trat über die Ufer. Seine angeschwollenen Fluten rissen unterwegs alles mit.

In Dombresson lagen die Strassen mehr als einen Meter unter Wasser, wie Polizeisprecher Pierre-Louis Rochaix am Samstagmorgen auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Dutzende Fahrzeuge wurden mitgerissen. Die schwer verletzte Person wurde ins Inselspital nach Bern gebracht, wie Rochaix weiter sagte. Die anderen drei Verletzten kamen mit leichteren Blessuren davon.

In Autos gefangen

Mehrere Menschen waren in ihren Auto gefangen und mussten aus den im Bachbett liegenden Fahrzeugen geborgen werden. Andere Fahrzeuge hatten die Fluten auf die Dächer gedreht, und auch deren Insassen mussten die Rettungsdienste befreien. Die Sanität betreute vor Ort sieben Betroffene.

Die Schäden an mehreren Dutzend Gebäuden sind beträchtlich. Unterirdische Garagen und Keller wurden ebenso wie Erdgeschosse überflutet. Böschungen rutschten ab, und die Strasse zwischen Dombresson und Le Pâquier wurde beschädigt und teilweise zerstört. Sie dürfte mehrere Tage für den Verkehr gesperrt bleiben.

Zwischen dem späten Freitagabend ab 22 Uhr und Samstag um 03.45 Uhr gingen mehr als 560 Notrufe allein aus dem Val-de-Ruz bei der Kantonspolizei ein. Zudem fiel der Strom aus. In den frühen Morgenstunden waren noch 150 Haushalte vom Strom abgeschnitten. Am Nachmittag hatten noch einzelne Gebäude keinen Strom.

Einige Häuser sind vorläufig nicht mehr bewohnbar. Für drei Familien - etwa zehn Personen - mussten andere Unterkünfte gesucht werden. Freiwillige hätten sich bereit erklärt, sie aufzunehmen, freute sich Rochaix über die Solidarität.

Suche aus der Luft

Polizeipatrouillen, Helikopterbesatzungen, andere Rettungskräfte und eine Drohne suchten in den Stunden nach den Unwettern nach Menschen, die in Schwierigkeiten stecken könnten. Zudem begutachteten sie die materiellen Schäden. Die Gemeinde Val-de-Ruz richtete eine Helpline für die Bevölkerung ein.

Am Nachmittag wurde die Suchaktion dann beendet. Als vermisst wurde niemand gemeldet, hiess es dazu seitens der Polizei. Anfang Nachmittag liefen Vorbereitungen angesichts weiterer erwarteter Niederschläge. Unter anderem wurde vorgesorgt, damit in erneut anschwellenden Wasserläufen das Wasser besser abfliessen kann. Zunächst kam es jedoch nicht zu weiteren Regenfällen.

Die Behörden warnten die Bevölkerung, sich in Tiefgaragen und ähnliche Räumlichkeiten zu begeben. Auch überschwemmte Strassenstücke sollten keinesfalls befahren werden. Obwohl bisher kein verschmutztes Trinkwasser festgestellt wurde, empfahl die Polizei, das Wasser abzukochen.

Glückskette will helfen

Die Glückskette will der Bevölkerung in Dombresson und Villiers helfen. Alle Haushalte, die durch das Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen wurden, könnten einen Unterstützungsantrag stellen, sobald das Ausmass der Schäden bekannt und die Behandlung des Falles durch die Versicherungen erledigt seien, teilte die Glückskette am Samstagabend mit.

Diese Unterstützungsbeiträge würden dem permanenten Fonds für Unwetter in der Schweiz entnommen, der aus Überschüssen vorangehender Sammlungen konstituiert wurde. Das Schweizerische Rote Kreuz sei von der Glückskette beauftragt die Anträge zu behandeln.

 

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