20.06.2013 19:22
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Unwetter
Heftiges Gewitter in der Romandie - Verletzte in Biel
Ein heftiges Gewitter mit Hagel und starken Windböen hat am Donnerstag die Westschweiz heimgesucht. Im Kanton Genf wurden zahlreiche Bäume entwurzelt, an mehreren Orten verwandelten sich die Strassen in Bäche. Auf dem Festgelände des Eidgenössischen Turnfests in Biel wurden 39 Personen verletzt.

Gemäss SRF Meteo handelte es sich bei dem Wetterereignis um eine sogenannte Superzelle, die von Genf über den Jura bis in die Nordwestschweiz gezogen sei. In Ipsach bei Biel seien Windgeschwindigkeiten von 124 Kilometer pro Stunde gemessen worden. Das Gewitter dauerte nur rund eine Viertelstunde, wurde aber von starken Windböen begleitet. In Kürze war der Boden von Hagelkörnern mit einem Durchmesser von rund einem Zentimeter bedeckt. 

In weniger als einer halben Stunde gingen in Genf zudem 20 Millimeter Regen nieder, wie SRF Meteo mitteilte. Wegen Überflutungen, heruntergefallenen Ästen und entwurzelten Bäumen musste die Feuerwehr Dutzende Male ausrücken. Verletzt wurde niemand. 

Bereits zweiter Vorfall

Besonders betroffen am Eidgenössischen Turnfest in der Region Biel war der Vorort Ipsach. Dort riss der Sturm kurz nach 18 Uhr dermassen fest an einem grossen Zelt, dass es teilweise zerbarst, wie Fabian Sauvain von der Berner Kantonspolizei am Donnerstagabend an einer kurzfristig organisierten Medienkonferenz in Nidau sagte. 

Unter diesem Zelt verletzten sich mehrere Menschen. Der Wind blies laut Sauvain mit teilweise mehr als 100 Stundenkilometern. Als die Rettungsdienste das Ausmass der Zerstörung erfasst hatten, lösten sie Katastrophenalarm aus. Aufnahmen von Schweizer Fernsehen SRF zeigten, wie Teile der Infrastruktur durch die Luft gewirbelt wurden. 

Insgesamt wurden 39 Personen verletzt, sechs davon schwer, wie die Organisatoren und die Polizei am Donnerstagabend vor den Medien mitteilten. Die Verletzten befinden sich in Spitälern in Biel, Bern, Solothurn und Neuenburg. Die Schwerverletzten wurden beispielsweise am Kopf und am Rücken getroffen. Die Rettungskräfte waren mit einem Grossaufgebot vor Ort, auch die Armee stand im Einsatz. Bereits bei der Eröffnung vergangene Woche war das Turnfest von heftigen Sturmwinden getroffen worden, damals war es aber bei Materialschäden geblieben.

Böen bis 130 km/h

Am Genfer Flughafen wurden Windböen mit 118 Kilometern pro Stunde gemessen, ein Messinstrument in der Nähe registrierte gar 130 Kilometer pro Stunde. Der Wind verschob einige kleine, leichte Flugzeuge. Ein Container kollidierte mit einem Linienflugzeuge. Auch ins Flughafengebäude drang Wasser ein, wie Sprecher Bertrand Stämpfli sagte. Auf dem Rollfeld sammelte sich Wasser an. Der Flugbetrieb wurde laut Skyguide während rund zwanzig Minuten eingestellt. 

Zwischen Genf Flughafen und Lausanne verkehrten die Züge mit einer Verspätung von rund 30 Minuten, wie SBB-Sprecher Jean-Philippe Schmidt sagte. Auch zwischen Neuenburg und La Chaux-de-Fonds fielen die Züge wegen des Unwetters aus. Im Grossraum Neuenburg war der Bahnverkehr eingeschränkt. 

Starker Föhn

Erste Gewitter hatte es bereits am Donnerstagmorgen gegeben. Betroffen waren laut SRF Meteo vor allem das Bündner Südtal Misox und das Bleniotal im Kanton Tessin. Am Nachmittag hatte sich zudem der Föhn verstärkt: Auf dem Gütsch m Kanton Uri wurden 156 Kilometer pro Stunde gemessen, auf dem Jungfraujoch 117 Kilometer pro Stunde.

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