28.10.2013 18:35
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/dpa/afp
Grossbritannien
Herbststürme: Mindestens sieben Tote in Teilen Europas
Die ersten heftigen Herbststürme des Jahres sind über mehrere Länder Europas gezogen und haben mindestens neun Menschen das Leben gekostet. Viele Menschen wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen. Tausende Haushalte mussten ohne Strom auskommen.

Tief «Burkhard» und Orkantief «Christian» hatten seit dem Wochenende heftige Regenfälle und starken Wind über Teile Europas gebracht. In Hever im Südosten Englands kam nach Polizeiangaben ein 17-jähriges Mädchen ums Leben, als ein Baum auf ihren Wohnwagen stürzte. In Watford nördlich von London wurde ein Mann in seinem Auto ebenfalls von einem umstürzenden Baum erschlagen.

Sturmböen von 160 km/h

In London wurden ein Mann und eine Frau durch eine Gasexplosion in einem Haus getötet, nachdem ein umgefallener Baum Schaden angerichtet hatte. An der Küste in Sussex wurde wegen des Unwetters die Suche nach einem 14-Jährigen eingestellt, der am Sonntag von den Wellen ins Meer gerissen worden war.

Der Wind fegte nach Angaben des Wetterdienstes mit Geschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde über grosse Teile Grossbritanniens. Auf der Isle of Wight wurden sogar Sturmböen von fast 160 Kilometern pro Stunde gemessen.

Verkehrschaos in Südengland


Stundenlanger heftiger Regen sorgte zudem vielerorts für Überschwemmungen. Zwischen London und dem Süden und Westen Englands fuhren am Morgen keine Züge, am Flughafen London-Heathrow wurden 130 Flüge gestrichen. Auch gut zwei Dutzend Verbindungen von und nach der Schweiz waren betroffen. Von den Häfen in Dover und Calais in Frankreich legten mehrere Stunden lang keine Fähren mehr ab.

Hunderte Bäume und Stromleitungen wurden umgerissen, zwischenzeitlich waren in Grossbritannien rund 270'000 Haushalte ohne Strom. Das Atomkraftwerk Dungeness B wurde vorsorglich abgeschaltet. In London krachte ein Kran auf ein Regierungsgebäude, nach Polizeiangaben gab es jedoch keine Verletzten.

Auch im Nordwesten Frankreichs wütete das Orkantief «Christian». Auf der Insel Belle-Île in der Bretagne wurde eine Suchaktion gestartet, nachdem eine Frau von den Wellen ins Meer gerissen  wurde. Am Cap Gris-Nez am Ärmelkanal wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 147 Stundenkilometern gemessen. 65'000 Haushalte waren am Morgen ohne Strom.

Sturmflutwarnung an deutscher Nordseeküste


In Deutschland entwickelte das Orkantief laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) am Montag Windgeschwindigkeiten von bis zu 162 Kilometern pro Stunde. Vor allem der Norden war betroffen. «Das Schlimmste ist jetzt aber durch», sagte ein DWD-Meteorologe am Nachmittag.

Ein Autofahrer und ein minderjähriger Beifahrer wurden in Nordrhein-Westfalen auf der Fahrt von einem Baum erschlagen. Auch auf einer Landstrasse in Niedersachsen wurde eine Autofahrerin von einem Baum erschlagen, ebenso wie ein Mann in Flensburg Am Flughafen Düsseldorf fielen am Montag mehrere Flüge aus. Für die nordfriesische Küste und das Elbegebiet im Norden galt eine Sturmflutwarnung.

Freiwilliges Daheimbleiben in Amsterdam

Im niederländischen Amsterdam fiel am Montag ein umstürzender Baum auf eine Frau und tötete sie. Die Behörden der Stadt riefen am gleichen Tag die Menschen auf, in ihren Wohnungen zu bleiben.

Am Flughafen Schiphol fielen Dutzende Flüge aus. Eine Fähre aus dem englischen Newcastle mit rund 1000 Passagieren konnte den nordniederländischen Hafen in Ijmuiden nicht erreichen und wartete noch am Montagnachmittag auf das Ende des Sturms auf offener See ab.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE