20.06.2016 12:37
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Herzpumpe von Regenwurm inspiriert
Forschende der ETH Lausanne (EPFL) stellen den Prototyp eines Geräts vor, das geschwächte Herzen bei ihrer Pumpfunktion unterstützen soll. Es besteht aus drei kontraktierenden Ringen, die von aussen an der Aorta angebracht werden und das Blut durch das Gefäss bewegen.

Zum Einsatz kommen könnte die neu entwickelte Pumpe zum Beispiel bei Patienten, die durch eine Erkrankung an Herzschwäche leiden oder auf ein Spenderorgan warten. Die Idee wäre, das Gerät um die Aorta zu legen, und zwar genau dort, wo sie die linke Herzkammer verlässt. Die drei Ringe der Pumpe lassen sich durch elektrische Ströme kontrollieren und dazu bringen, sich zusammenzuziehen, wie die EPFL am Montag mitteilte.

Indem die Ringe nacheinander kontrahieren, bewegen sie das Blut im Gefäss weiter. Ähnlich wie bei der Bewegung eines Regenwurms, schrieb die Hochschule. Der elektrische Puls für die Kontraktion werde durch magnetische Induktion erzeugt, so dass keine Verkabelung nötig sei.

«Bei dieser Methode müssen wir nicht ins Herz eindringen», sagte Studienleiter Yves Perriard von der EPFL gemäss der Mitteilung. Das bedeute, dieses Verfahren sei weitaus weniger invasiv als gängige Systeme, bei denen man zum Beispiel Klappen oder Schraubenspindelpumpen in die Herzkammer einsetze. Ausserdem vermeide die neue Pumpe direkten Kontakt zum Blut und umgehe so das Risiko, rote Blutkörperchen zu zerstören.

Noch braucht das Gerät einiges an Verbesserungen, bevor die Forschenden es mit einer Flüssigkeit testen, die der Viskosität von Blut ähnelt. Sollte sich das System bewähren und alle Tests bestehen, könnten klinische Studien am Inselspital Bern stattfinden, so die Mitteilung. Die Forschenden stünden bereits im Kontakt mit dem Spital.

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