14.09.2017 06:36
Quelle: schweizerbauer.ch - ber
Heu-Spezialitäten
Heu ist "in aller Munde"
Seit einiger Zeit findet Heu seine Verwendung nicht mehr nur als Futter von Nutz- und Haustieren. Heusuppen als Beispiel sind schon länger bekannt. Nun werden aber immer mehr Spezialitäten aus getrockneten Wiesengräsern hergestellt. So beispielsweise Bier, Sirup und Salziz.

In der Brauerei Rosengarten in Einsiedeln SZ werden jährlich 60'000 Flaschen Heu-Bier hergestellt. Im «gäächen» (steilen) Gelände, hoch über dem Muotathal wird traditionsgemäss am 1. August in reiner Handarbeit das Heu geerntet. Später wird es auf den Schultern der Bauern ins Tal getragen. Zwei Heu-Burden werden in der Brauerei Rosengarten in Einsiedeln abgeladen. Daraus wird das Heu-Bier «Gääch» hergestellt.

Dies ist aber zeitaufwändig. Zuerst muss der Gerstensaft mehrmals durch das Heu gepumpt werden, bevor es dann rund zwei Monate im kühlen Keller gelagert wird. Gegenüber Schweiz am Wochenende sagt Brauerei-Besitzer Alois Gmür: «Man schmeckt das Heu tatsächlich auf dem Gaumen. Auch mit der Nase riecht man es heraus.»

Verschiedene Bündner Heu-Spezialitäten

In Filisur im Albulatal bieten Sabina und Marcel Heinrich ein grosses Angebot an Spezialitäten an. Nebst den speziellen Bergkartoffelsorten findet man bei den beiden schon seit Jahren eine Reihe an Heu-Produkten. Sie bieten unter anderem Bergheu-Salziz, Bergheu-Bröckli und Bergheu-Sirup an. Das Heu stammt von ihren Maiensässen, welche auf 1800 m ü. m. liegen. «Dort gibt es eine viel grössere Kräutervielfalt» sagt Sabina Heinrich zu Schweiz am Wochenende. 

Verein Heumilch

Letztes Jahr wurde der Verein Heumilch gegründet. Mit der Idee, silofreie Milch besser vermarkten zu können. Präsident und Landwirt Walter Münger aus Muolen SG erstaunt es nicht, dass Heu derzeit in aller Munde ist. «Heu ist emotional besetzt. Beim Wort Heu beginnt das Kopfkarussell zu kreisen. Dabei kommen Bergwelt, Wiesen, frische Bergluft, Natur und Heidi in den Sinn.»

Heumilch sei ein Juwel in der Milchwirtschaft, weil sie auf einer Fütterung basiere, welch früher normal war. Ganz ohne Silofütterung werde im Sommer Gras gefüttert und im Winter Heu vom eigenen Betrieb. «Mit einem Anteil von rund 30 Prozent dieser Milch auf dem Markt, ist die Schweiz weltweit führend."

Strenge Vorschriften

Heu als Lebensmittel zu verwenden, ist jedoch nicht ganz ohne. Es kann Pestizide oder giftige Pflanzen enthalten. Das Gesetz verbietet deshalb, Heu ohne Spezifizierung in Lebensmitteln zu verarbeiten. Wer Heu verarbeiten will, muss gewährleisten können, dass die Gräser und Kräuter des Heus eindeutig identifizierbar sind. 


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