4.08.2018 13:33
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Trockenheit
Heu: SBV fordert Zollaufhebung
Der Schweizerische Bauernverband (SBV) reagiert auf die Hitzewelle mit einem Forderungskatalog an den Bund. Als erste Sofortmassnahme verlangt er die Senkung der Importzölle auf Heu.

Der SBV will den Massnahmenkatalog nächsten Dienstag einreichen, wie Direktor Jacques Bourgeois am Samstag auf Anfrage von Keystone-SDA einen Bericht in der Zeitung «Le Temps» bestätigte. Auch der «Schweizer Bauer» berichtete über die Forderung, die Zölle auf Heu zu senken.

Die aktuelle Lage sei für viele Bauern besorgniserregend, denn es sehe nicht nach einem schnellen Ende der Hitzewelle und der damit verbundenen Trockenheit aus, sagte Bourgeois. Von den Folgen seien viele Bereiche betroffen.

Grosse Ernteausfälle erwartet

Die Viehzüchter müssten in dieser Jahresperiode eigentlich das Futter für den kommenden Winter einbringen können. Im Ackerbau leiden vor allem die Produzenten von Zuckerrüben, Kartoffeln und Mais unter der anhaltenden Dürre. Sie rechnen mit grossen Ernteausfällen.

Als erste Sofortmassnahme fordert der SBV laut Bourgeois die Aufhebung der Zölle auf Importheu von drei Franken pro 100 Kilo auf null. In einem zweiten Schritt könnte laut Bourgeois die gleiche Forderung für den Import von Futter-Mais aktuell werden. Vor zwei Woche wollte indes der Bauernverband noch nichts von einer Zollsenkung wissen. «Die Futterernte im Frühling war ausgezeichnet. Es ist nicht überall so trocken wie in der Südostschweiz», sagte damals SBV-Sprecherin Sandra Helfenstein. Eine Zollsenkung auf Futtermitteln sei kein Thema, machte sie deutlich.

Appell an die Konsumenten

Weiter kann sich der SBV-Direktor vorstellen, dass den Bauern die Rückzahlungsfristen für Investitionskredite verlängert werden, um den finanziellen Spielraum zu erhöhen.

Auch die Produkte-Preise müssten den extremen Verhältnissen angepasst werden können. Bourgeois zählt dabei auf die Solidarität der Konsumenten und deren Bereitschaft, zum Beispiel für die Milch etwas mehr zu bezahlen im Laden.

Trinkwasser für Vieh per Helikopter

Mittelfristig befürwortet er die Anpassung der Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft im Zusammenhang mit extremen Wetterlagen. Wegen der anhaltenden Trockenheit müssen verschiedene Bauern das Trinkwasser für ihr Vieh derzeit per Helikopter auf die Alpen fliegen lassen. Und weiterhin ist weder eine Abkühlung in Sicht, noch sind anhaltende Niederschläge angesagt.

Erst am Freitag hatten die Behörden hatten die Hitzewarnungen bis Mittwoch verlängert, für das Genferseebecken und das Wallis wurde die Warnstufe sogar erhöht. Der Höhepunkt der Hitzewelle wird ab nächstem Dienstag erwartet.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE