5.06.2015 06:13
Quelle: schweizerbauer.ch - Theresia Nobs
Bern
Heugabel statt Mikrofon
Im Rahmen der Aktion «Hämlituusch» verbrachte Lauro Mombelli, Praktikant von Radio Bern1, eine Woche auf dem Bauernhof von Familie Gerber in Detligen. Mombelli stellte fest, wie arbeitsintensiv das Bauern ist.

Der 19-jährige Stadtberner Medien- und Kommunikations-wissenschaftsstudent Lauro Mombelli, wechselte für eine Woche sein gewohntes Umfeld, um neue Erfahrungen zu machen. In seinem Praktikum bei dem Radiosender Bern1 erhielt er den Auftrag, für einmal Landluft zu schnuppern und auf einem Bauernhof mitzuhelfen.

Früh aufstehen

Symbolisch überreichte ihm die Bäuerin Christine Gerber aus Detligen ein Bauernhemd, und dann ging es los. «Früh aufstehen, dies war etwas vom Ungewohntesten für mich» räumt Mombelli ein. Obschon die Familie Gerber jeweils Rücksicht auf ihn genommen habe und ihn schon noch ein wenig länger schlafen liess, erklärte er schmunzelnd. Trotzdem habe sich recht schnell ein wenig Schlafmangel eingestellt.

Bereits nach ein paar Tagen hat Mombelli festgestellt, wie arbeitsintensiv ein ganz normaler Arbeitstag auf einem Bauernhof ist. Ohne genaue Aufteilung und Organisation wäre vieles nicht zu bewerkstelligen. Der Bauernhof von Gerbers ist ein Familienbetrieb, Christine und Niklaus Gerber bewirtschaften gemeinsam mit ihrem ältesten Sohn den Landwirtschaftsbetrieb, welcher 38 Hektaren landwirtschaftliche Fläche, 5,4 ha Wald, über 60 Kühe und Rinder, Schweine, Schafe und 17000 Mastpoulets zählt. 

Traktorfahren hoch im Kurs

Nicht zu vergessen der zwar grimmig aussehende, aber sehr liebe Hofhund.  Auf die Frage, was er nun am liebsten gearbeitet habe, kommt Mombelli schnell auf den Punkt. «Traktorfahren und alles Technische auf dem Betrieb habe ich sehr gemocht.» Das Melken der Kühe und den Umgang mit den Rindern fand er ebenfalls interessant. Ebenfalls die Kontrolle bei den Hühnern, ob es allen gut geht, sei  interessant gewesen. Aber auf das Ausmisten bei den Schweinen hätte er gut verzichten können. «Es hat eben sehr gestunken.»

Jahresaktion

«Hämlituusch» ist eine Jahresaktion im Rahmen der Basiskommunikation von «Gut, gibt’s die Schweizer Bauern» des Schweizer Bauernverbandes in Zusammenarbeit mit den beiden Informationsagenturen Landwirtschaftlicher  Informationsdienst und Agence d’information agricole. Sie wollen der Öffentlichkeit die vielfältigen Leistungen der einheimischen Landwirtschaft in Erinnerung rufen. tn

Grosser Respekt

Miterleben konnte der Hemdentauscher auch die künstliche Befruchtung der Kühe, «ohne dass die Kälber kriegen, gibt es ja auch keine Milch», ist ihm klar geworden.  Nach all diesen interessanten Erfahrungen und auch Erlebnissen in der Bauernfamilie Gerber möchte er trotzdem nicht auf das Land ziehen. «Mir fehlten schon die Kollegen und auch die Stadt.»

Während der Zeit auf dem Hof habe er einen grossen Respekt gegenüber der Arbeit der Bauern in der Schweiz gefunden. Dies sei übrigens auch gegenseitig, erklärt Christine Gerber: «Reportagen für das Radio schüttelt man auch nicht einfach aus dem Ärmel.» Lauro Mombelli nimmt seine gemachten Erfahrungen gerne mit und wird sicher des Öfteren seine Gastfamilie besuchen. Ausserdem kann er den Hemlituusch jedermann und -frau empfehlen.

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