21.07.2015 10:52
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wallis
Höchstgelegener Alpengarten zum Leben erweckt
Der 1885 von einem Genfer Botaniker angelegte Alpengarten beim Hotel Weisshorn in Saint-Luc VS wird zum Leben erweckt. Um den höchstgelegenen Alpingarten der Schweiz kümmert sich neu eine Gärtnerin aus der Region.

Über 200 alpine Pflanzen wie Enzian, Arnika, Edelweiss, Azalee, Steinbrech oder Arve befinden sich wieder im historischen Garten. Sie wurden von der Gärtnerin Sonia Martin bei Streifzügen durch die Walliser Bergwelt gesammelt.

Gärtnerin ermöglichte Wiederbelebung

Es ist deshalb der einheimischen Gärtnerin zu verdanken, dass beim Hotel Weisshorn wieder ein Alpengarten entstand. Erst sie ermöglichte die Wiederbelebung des Gartens, eine Idee, welche dem Besitzer des Hotels Weisshorn, Werner Fischer, schon länger vorschwebte. Ein Biologe half Sonia Martin bei der Identifizierung der Pflanzen, für die Besucher wurden sie auf Lateinisch, Deutsch und Französisch beschriftet. «Auf langfristige Sicht wollen wir 300 Pflanzen im Alpengarten zeigen», sagt die Gärtnerin.

Der nur 40 Quadratmeter grosse Garten hat eine wechselvolle Geschichte. Dessen Gründer Henry Correvon legte den Garten 1885 an und musste die Pflanzen von Maultieren hoch tragen lassen. Auch wegen der schwierig zugänglichen Lage gab er das Projekt bereits zwei Jahre später wieder auf.

Enkel versuchte es 1946

Für der Genfer Botaniker war es ein Labor für die Produktion von Pflanzensamen. Zudem brachte er fremde Arten zum Hotel auf 2337 Meter über Meer, um allfällige Veränderungen im Zusammenhang mit dem speziellen Ort zu beobachten, wie der Autor Brice Melly in seinem Buch «Le jardin alpin de l'Hôtel Weisshorn» festhielt.

Ab 1946 versuchte ein Enkel des Gründers, Aymon Correvon, den Garten wiederzubeleben. Auch er gab jedoch einige Jahre später auf. Der Alpengarten beim Hotel Weisshorn ist zwar flächenmässig klein, aber der wohl höchst gelegene der Schweiz. So liegt er rund 800 Höhenmeter über dem bekannten Alpengarten Flore-Alpe auf 1520 Metern über Meer in Champex VS, der 2007 den renommierten Schulthess-Gartenpreis erhielt.

Nur noch einheimische Pflanzen

Der Alpengarten Thomasia bei Pont de Nant in den Waadtländer Alpen liegt auf 1260 Meter Höhe. Auch die die Gärten La Rambertia in Rochers-de-Naye VD mit 1980 Metern und das Alpinum auf der Schatzalp in Davos GR mit 1900 Metern sind weniger hoch gelegen.

Zwischen Juni und Mitte Oktober wird sich Gärtnerin Sonia Martin künftig um die Pflanzen auf 2337 Metern Höhe kümmern. Nach dem Winter müssen jeweils die Schäden durch die Kälte beseitigt und sorgfältig Unkraut gejätet werden. Auch der angrenzende Gemüsegarten braucht viel Pflege. Die Gemüse und Kräuter sind ausschliesslich für die Gäste des Hotels bestimmt. Einen wichtigen Unterschied zum Gründer Correvon gibt es: Bei Sonia Martin gibt es nur einheimische Pflanzen im Garten zu sehen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE