22.07.2019 15:45
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Gesundheit
Hohe Dunkelziffer bei Zoonosen
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) vermutet eine hohe Dunkelziffer bei den Meldungen über Zoonosen. Der Bericht von 2018 zeigt ein stabiles Bild.

Drei Viertel aller neuauftretenden Erreger sind Zoonosen. Sie können von Mensch zu Tier oder umgekehrt übertragen werden. Meist stecken sich Menschen über Lebensmittel an.

Das BLV überwacht deshalb mithilfe des Bundesamtes für Gesundheit die Meldungen über Zoonosen bei Tieren, Lebensmitteln und Menschen. Nun hat das BLV die Zahlen 2018 veröffentlicht. An beliebten Ferienzielen resp. in Ländern mit geringem Hygienestandard kann das Ansteckungsrisiko für manche Zoonosen höher sein. In Industrieländern sind die Campylobacteriose und die Salmonellose die beiden häufigsten Zoonosen.

Von den 7 überwachten Zoonosen ist Campylobacteriose letztes Jahr mit 7675 Fällen am häufigsten beim Menschen aufgetreten und hat damit leicht zugenommen. Die Ansteckung passiert häufig über kontaminiertes Geflügelfleisch. Beim Menschen löst Campylobacteriose Durchfall aus.

Salmonellose kommt mit 1467 Fällen am zweithäufigsten vor. Die Fallzahlen haben im Vergleich zum Vorjahr etwas abgenommen. Die Ansteckung erfolgt über Lebensmittel wie unter anderem Eier, nicht-pasteurisierte Milch oder Fleisch. Salmonellose ist ebenfalls eine Durchfallerkrankung. Zentral zur Bekämpfung von Zoonosen ist die Einhaltung der Hygienevorschriften von der Produktion bis zum Konsum. So muss insbesondere Geflügelfleisch kühl aufbewahrt und vor dem Verzehr durchgegart werden.

Das BLV schreibt, dass ihres Erachtens die Zahl der den Bundesbehörden gemeldeten Fälle zu tief sei und daher kaum der Realität entsprechen dürtfe. Deshalb wurde 2018 ein Projekt lanciert, das sich mit der Problematik befasst und die Situation verbessern soll. Die verschiedenen Behörden sollen für die Wichtigkeit der Meldung von Fällen sensibilisiert werden.

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