5.04.2017 06:38
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Schwyz Brunnen SZ
Illegal Schadstoffe in See umgeschichtet
Beim Föhnhafen in Brunnen im Vierwaldstättersee soll der Kanton Schwyz 2014 zugunsten der Schifffahrt 6000 Kubikmeter Seegrund ausgebaggert und an tieferer Stelle deponiert haben. Weil das Material belastet war, hätte es möglicherweise auf eine Deponie gehört.

Wegen des Vorfalls ging bei der Schwyzer Regierung ein Hinweis oder eine Anzeige ein. Derzeit ermittelt die Oberstaatsanwaltschaft, wer für den Fall zuständig ist. Der Schwyzer Landammann und Baudirektor Othmar Reichmuth (CVP) bestätigte in einem Interview mit dem «Regionaljournal Zentralschweiz» von Radio SRF Informationen der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Dienstag. Wegen des laufenden Verfahrens machten die Behörden keine weiteren Angaben.

Der NZZ zufolge war der Seegrund beim Föhnhafen auf Bitte der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee (SGV) ausgebaggert worden. Diese legt an der geschützten Stelle jeweils mit ihren Schiffen bei Föhnstürmen an. Die SGV habe eine ungenügende Fahrrinnentiefe und das Aufwirbeln von Sedimenten als Gefahr für ihre Raddampfer moniert.

Insgesamt seien rund 6000 Kubikmeter Seegrund ausgebaggert und jenseits der Hafenkante in tiefere Teile des Sees gekippt worden. Gemäss vorgängigen Proben sei der Untergrund teils mit Schadstoffen über einzelnen Grenz- und Toleranzwerten belastet gewesen. Das Material hätte demnach auf eine Deponie ausserhalb des Sees gehört.

Gemäss dem Medienbericht kostete die Umlagerung im See rund 58'000 Franken. Aushub und Entsorgung hingegen waren vorgängig auf rund eine Million Franken geschätzt worden.

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