Montag, 23. Mai 2022
17.07.2011 10:53
Leserreise Westkanada (Part 8)

Im 19. Jahrhundert mit Viehzucht ein Vermögen gemacht

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: Reto Blunier

In den 60-er Jahren des 19. Jahrhundert brach in Britisch-Kolumbien das Goldfieber aus. Der überwiegende Teil der Bergarbeiter wurde nicht reich, sondern insbesondere jene, die die Arbeiter mit Nahrungsmitteln und Tieren versorgten. Auf der historischen O’Keefe-Farm bei Vernon gibt es aber auch etwas sehr Spezielles zu sehen – einen 106-jährigen „CD-Spieler“. Mit Bildergalerie und Video

In den 60-er Jahren des 19. Jahrhundert setzte in Cariboo, rund 700 Kilometer nördlich von Vancouver, ein Goldrausch ein. Zu Tausenden strömten die Bergarbeiter in diese Region und suchten nach ihrem Glück. Doch nur die Wenigsten konnten sich ein Vermögen mit dem Gold erschaffen. Aber diese Menschen hatten Hunger und mussten sich auch ernähren.

Ankauf für 12 Dollar, Weiterverkauf für 150

Cornelius O’Keefe und Thomas Greenhow machten sich dies zu Nutze und kauften in Oregon (USA) Vieh für 12 US-Dollar ein und trieben es nach Norden. In Cariboo wurden die Tiere dann um ein Vielfaches weiterverkauft, so lösten sie pro Tier bis zu 150 US-Dollar, ist auf der historischen O’Keefe-Ranch Nahe Vernon zu entnehmen.

Die beiden Herren sollen dabei durch das Okanagan-Tal (wo auch Kelowna liegt) gezogen sein und waren ab dem üppigen Graswuchs, dem vielen Wasser und der schönen Landschaft begeistert. Sie kauften sich im Jahre 1867 65 Hektaren Land und begannen Vieh zu züchten. Dabei verdienten sie schönes Geld. 1907 verkauften sie ihr Land, da in diesem Gebiet Obstbauern die Viehzüchter zu verdrängen begannen.

Der erworbene Reichtum führte dazu, dass sich die O’Keefes eine moderne Farm bauen liessen, die bereits 1910 über fliessendes Wasser verfügte. Zudem kauften sie sich 1905 (!) eine Art Vorläufer eines CD-Spielers (in Belgien produziert-> siehe Video mit dem Lied von Wilhelm Tell). Die Innenausstattung der Häuser bestand beispielsweise aus Teppichen von chinesischen Katzen oder Gegenständen (Kronleuchter, Porzellan usw.) aus Europa.

Sammlung von historischen Landmaschinen

Die Familie O’Keefe farmte bis 1967 weiter und wandelte schliesslich das Gehöft mit vielen anderen Gebäuden in ein Museum um, um zu zeigen, wie in der Pionierzeit gelebt wurde. So ist eine Kirche, ein Laden, eine Metzgerei oder eine Schmiede zu sehen. Eine Non-Profit-Organisation betreibt da Museum, das nebst den sorgfältig restaurierten Gebäuden auch über eine Sammlung von historischen Landmaschinen verfügt. Gemäss den Betreibern werden auf der O’Keefe-Farm rund 15’000 Artefakte aus der Pionier-Zeit ausgestellt. Viele Gegenstände sind noch im Originalzustand.

Reto Blunier, Vernon

Mehr zum Thema
Allerlei

Natur erleben, Biodiversität verstehen – von Appenzell bis Genf, von Basel bis Chiasso. Das Festival der Natur hat vom 18. bis 22. Mai   hunderte kostenlose Veranstaltungen zu Natur geboten.  -…

Allerlei

In Mittelamerika erhöhen die Auswirkungen des Klimawandels auf die Getreideernte in Kombination mit Gewalt und Korruption die Migration in Richtung der USA. - Agco Eine gefährliche Mischung aus Umwelt- und…

Allerlei

Von 2010 bis 2020 haben Schweizerinnen und Schweizer 45 Elefanten erlegt.  - wikpedia.org Wer über genug Bargeld verfügt, kann in Afrika artgeschützte Tiere schiessen und die Trophäen nach Hause nehmen.…

Allerlei

Viel Sonnenschein und warme Temperaturen: So präsentierte sich bis anhin der Monat Mai.  - zvg Die jüngsten Mai-Temperaturen haben mancherorts Hitzerekorde gebrochen. Diese Entwicklung dürfte auf die Klimaerwärmung zurückzuführen sein.…

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE