31.10.2013 15:48
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bevölkerungswachstum
In Grossstädten leben in Zukunft fünf Milliarden Menschen
Bis 2030 könnten fünf Milliarden Menschen in den Grossstadtregionen der Welt leben. Dies stellt die Infrastruktur vor gewaltige Herausforderungen, zumal der allergrösste Teil des Wachstums ausserhalb Europas erfolgen wird.

Der Rückversicherer  Swiss Re sieht in der Entwicklung aber auch Potenzial für die  Versicherungsbranche. Die städtische Bevölkerung werde 2030 1,4 Mrd. Menschen mehr  betragen als heute, heisst es in einer am Donnerstag  veröffentlichten Branchenstudie der Swiss Re. 90 Prozent des  Wachstums werde in den Schwellenländern stattfinden.

20 Prozent des Wachstums allein werde China beisteuern, wo es  276 Mio. Menschen mehr in Städten geben werde. Indien trägt laut  der Studie 16 Prozent des Zuwachses bei und wird 2030 insgesamt 218  Mio. Menschen mehr in Ballungsräumen zählen.

Vor allem kleine und mittelgrosse Städte dürften sich zum Teil  extrem vergrössern. Statt 23 Riesenstädte mit über 10 Mio.  Einwohner wird der Planet in gut fünfzehn Jahren 37 solcher  Megacities zählen. 19 davon werden in Schwellenländern liegen,  darunter 13 in China und Indien.

Die Anforderungen an Politik, Wirtschaft und die in den  Megastädten lebenden Menschen werden enorm sein. Die höhere  Bevölkerungsdichte verstärkt die Gesundheitsrisiken, während die  mit dem Städtewachstum verbundene Migration Anforderungen an  Unterkunft, medizinische Versorgung und Bildung stellt, wie die  Studie festhält.

Die Luft- und Wasserverschmutzung rücken ebenfalls zusehends ins  Blickfeld der politischen Entscheidungsträger. Bezüglich  Naturkatastrophen hat die Swiss Re schon in einer im September  veröffentlichten Studie dargelegt, wie verwundbar Ballungsräume und  Infrastrukturen durch Gefahren wie Hochwasserströme, Erdbeben,  Stürme, Sturmfluten und Tsunamis sind.

Enormes Prämienpotenzial

Die Studie schätzt die Investitionen in die Infrastruktur, die  sich mit dem Städtewachstum ergeben, bis 2030 auf 43 Billionen  Dollar. Für die Versicherungsbranche bedeutet nach Berechnungen der  Swiss Re, dass mit der Urbanisierung in den Schwellenländern ein  Prämienpotenzial von 68 Mio. Dollar winkt.

Dabei werden nicht alleine Transport-, Bau- und  Haftpflichtversicherungen aus der Schadensparte eine Rolle spielen.  Das Wirtschaftswachstum werde auch die Nachfrage nach  Lebensversicherungen ankurbeln.

In den Mittelstand aufsteigende Familien seien darin  interessiert, die Einkünfte der Hauptverdiener abzusichern. Die  steigende Zahl berufstätiger Frauen erhöhe die Nachfrage in der  Vorsorge ebenfalls. Die sich verändernden Lebensgewohnheiten in den  Städten und die Verbreitung «urbaner» Krankheiten wie  Herz-Kreislauf-Probleme oder Lungenkrebs würden  Krankenversicherungen attraktiver machen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE