28.07.2015 07:06
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Intelligenz zeigt sich an Hirnaktivität
Dass ein intelligenter Mensch sein Gehirn weniger anstrengen muss, um eine Aufgabe zu lösen, als ein «Dummer», ist eine Binsenwahrheit. Forschende an der ETH Zürich haben nun die Hirnaktivitäten von «Klugen» und «noch Klügeren» gemessen. Sie erkannten klare Unterschiede.

Die Forschenden unter der Leitung von Elsbeth Stern, Professorin für empirische Lehr- und Lernforschung, massen bei mehr als 80 freiwilligen Hochschulstudierenden per Hirnstrommessung (EEG) die Hirnaktivitäten, während sie unterschiedlich schwierige Aufgaben lösten.

Unterschiede zwischen Klugen und Klügeren

Weder bei den leichten noch bei den sehr schwierigen Aufgaben zeigten sich messbare Unterschiede der Hirnaktivität, wie die ETH Zürich am Montag mitteilte. Dagegen war dies der Fall bei den mittelschweren Aufgaben. Beim Test ging es um die Hypothese der neutralen Effizienz, heute längst eine unbestrittene Tatsache, so die ETH Zürich. Eine intelligente Person muss demnach ihr Gehirn weniger aktivieren als eine weniger intelligente, um eine Aufgabe zu lösen, die beiden gleichermassen vertraut ist.

Bisher wurden jeweils deutlich verschieden intelligente Menschen getestet. Nun wurde die Hypothese erstmals an Menschen belegt, die alle - in unterschiedlichem Grad - überdurchschnittlich intelligent sind. Für die Auswertung wurden die Teilnehmenden anhand von herkömmlichen IQ-Tests in zwei Gruppen eingeteilt: leicht beziehungsweise stark überdurchschnittlich intelligent.

Unterschiede bei mittelschweren Aufgaben

Die sehr leichten Aufgaben lösten die Teilnehmenden beider Gruppen locker. Sie waren für sie kinderleicht. Für die sehr schwierigen wiederum mussten sich alle anstrengen. Messbare Unterschiede zeigten sich dagegen bei den mittelschweren Aufgaben, so die Mitteilung: Zwar hätten alle Probanden sie gleich gut gelöst. Die sehr intelligenten mussten aber weniger Ressourcen einsetzen.

Allerdings sind ein EEG und andere Hirnmessungen nicht präzise genug, um die Intelligenz eines Menschen festzustellen. Dafür «muss ich einen klassischen Intelligenztest machen», wird Stern zitiert. Die Studie dient der Grundlagenforschung, um zu untersuchen, auf welche Weise sich Intelligenzunterschiede im Gehirn abbilden.

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