8.11.2016 10:40
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Umwelt
Jäger, Bergsteiger und Älpler unglücklich mit Nationalpark-Projekt
Wichtige Rollen im Abstimmungskampf zum Parc Adula spielen Jäger, Bergsteiger und Älpler. Sie würden mit dem zweiten Nationalpark eingeschränkt und haben in den Gemeinden viel Einfluss.

Der Parc Adula ist ein neuzeitlicher Nationalpark. Im Gegensatz zum Nationalpark im Engadin, der ein Reservat ist, wären zahlreiche Aktivitäten weiterhin erlaubt, selbst in der Kernzone. Die meisten Aktivitäten würden aber zurückgebunden.

Bergsteiger dürften weiterhin auf die Gipfel rund um die Greina-Ebene steigen, müssten aber das Wegegebot befolgen. Sie dürften sich nicht mehr frei bewegen im Gelände. Zudem würde die Zahl der offiziellen Sommerrouten halbiert.

Älpler dürften Tiere weiterhin in die Kernzone treiben, aber die Weideflächen wäre kleiner als heute. Jäger hingegen könnten nur noch in der Umgebungszone auf die Pirsch gehen. Allerdings befinden sich auf dem Terrain der Kernzone schon heute mehrere Jagdbanngebiete.

Jäger dagegen, Bergsteiger gespalten

Jäger lehnen den Park mehrheitlich ab. Sie fürchten um das «eingespielte Gleichgewicht» bei der Regulation der Wildpopulation, bei der die Jagd traditionell eine wichtige Rolle spielt. Zudem müssten sie auf Jagdgebiete verzichten.

Kritisch, wenn auch weniger lautstark, äussern sich die Bergsteiger. Anders als die Jägerverbände haben die Sektionen des Schweizer Alpen Clubs (SAC) keine Abstimmungsempfehlungen abgegeben. Die Alpinisten sind dem Schutzgedanken gegenüber offener. Nicht glücklich sind sie  mit dem Wegegebot und dem Verlust der Hälfte der Sommerrouten. In einem modernen Nationalpark seien solche Verbote unnötig, finden sie.

Naturfreunde bleiben leise

Opposition kommt ausserdem von Älplern. Das Gebiet der Kernzone sei eine gewachsene Kulturlandschaft mit einem fein eingependelten Zusammenspiel von Mensch und Natur, argumentieren sie.

Kaum vernehmbar sind ausgerechnet die Naturfreunde. Nur Pro Natura, welche das Projekt vor Jahren initiierte, engagiert sich wahrnehmbar. Vielen Naturfreunden gehen die erlaubten Nutzungen zu weit. Zudem ist die Natur im Parkperimeter bereits jetzt vielfach geschützt.

 

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