6.11.2013 13:45
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Freiburg
Jäger wegen Schuss auf Hanfsammler verurteilt
Nach einem Jagdunfall im Kanton Freiburg ist ein Jäger zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt worden. Er hatte 2012 in Villeneuve in einem Feld auf einen Hanfsammler geschossen.

Der Vorfall ereignete sich im Oktober 2012 in einem Feld bei Villeneuve FR. An jenem Nachmittag schlängelte sich ein Mann mit einem schwarzen Abfallsack durch ein Maisfeld. Plötzlich fielen Schüsse. Ein Jäger, der in der Nähe mit Kollegen auf einer Treibjagd war, hatte den Mann für ein Wildschwein gehalten und abgedrückt, wie er später zu Protokoll gab.

Die herbeigeeilten Polizisten staunten nicht schlecht, als sie den Plastiksack des Opfers öffneten. Darin befanden sich mehrere Cannabispflanzen. Der Hanfsammler hatte die offenbar im Innern des Maisfeldes angebauten Pflanzen gepflückt. Sie wären zum Verkauf bestimmt gewesen.

Der Mann wurde wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig gesprochen. Er kam allerdings ohne Strafe davon, da er durch den Jagdunfall nach 16 chirurgischen Eingriffen körperlich und psychisch noch immer stark angeschlagen ist. Der Jäger seinerseits wurde wegen schwerer, fahrlässiger Körperverletzung, Gefährdung des Lebens anderer und Widerhandlung gegen das Jagdgesetz verurteilt. Er muss auch eine Busse von 500 Franken gewärtigen.

Der Unfall ereignete sich, nachdem die Treibjagd eigentlich beendet war. Als der Jäger ein Geräusch hörte, lud er sein Gewehr nochmals und zielte auf eine schwarze Masse im Maisfeld. Dem Jäger wurde zur Last gelegt, nach dem offiziellen Ende der Jagd noch einmal geschossen und dabei sein Ziel nicht genau identifiziert zu haben.

Die beiden Strafbefehle wurden vergangene Woche erlassen.

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