26.12.2017 06:03
Quelle: schweizerbauer.ch - Interview: Anja Tschannen
Direktvermarktung
«Jedes Standbein muss rentabel sein»
Fredy Moser führt mit seiner Familie einen Gemüsebaubetrieb in Kerzers FR und erzählt, wieso sie auf ihrem Betrieb unter anderem auf die Direktvermarktung setzten und wie sie den Betrieb diversifiziert haben.

«Schweizer Bauer»: Seit wann machen Sie Direktvermarktung?
Fredy Moser: Seit rund 30 Jahren. Damals haben wir angefangen mit einem Brückenwagen ins Dorf zu fahren und unser Gemüse zu verkaufen.  Später wurde es dann vor dem Hof und schlussendlich im alten, umgebauten Stall angeboten. Wir sind sukzessive gewachsen und haben den Verkaufsraum  stetig vergrössert. Heute wird das gesamte ehemalige Ökonomiegebäude als Verkaufs- und Aufbereitungsraum genutzt. So können wir einen Teil der Gemüseproduktion direkt verkaufen. Der grösste Teil unserer Produktion wird aber nach wie vor an verschiedene  Gemüsehändler aus der Region geliefert.

Warum haben Sie sich für den Direktverkauf entschieden?
Die stetig höhere Marge, welche  sich die Vermarkter  rausnehmen, kann so zu einem Teil auf dem Betrieb generiert werden. Zudem bot die Direktvermarktung ein weiteres Standbein für unseren Betrieb.

Wie haben Sie Ihren Betrieb in den letzten 30 Jahren diversifiziert?
 
Wir haben uns und unseren Betrieb ständig nach  den Marktbedürfnissen unserer Abnehmer ausgerichtet. Mit der Pouletmast, der Bioproduktion und dem Spargelanbau sind zusätzlich neue Sparten dazu gekommen.

Was ist das Gute an der Diversifizierung?

Das Risiko für den Betrieb wird auf mehrere Standbeine verteilt. Durch die Diversifizierung werden die Arbeiten vielfältiger.  Das bringt Abwechslung in die Arbeitsabläufe. Die Arbeit bleibt so spannend und wird nicht eintönig oder mühsam.

Was ist die Herausforderung der Diversifizierung?

Man muss in jeder Sparte möglichst effizient und rentabel unterwegs sein und sich nicht verzettelt. Im Gemüsebau haben wir uns selber schon überlegt, unser Sortiment zu straffen. 

Arbeiten Sie mit anderen Gewerben zusammen?
Ja, vor allem im Bereich Direktverkauf. Namentlich durch die Integration eines Frischfleisch-Verkaufs  im Hofladen und durch die Spargellieferungen an Restaurants im Dorf. Im Weiteren hat unsere Tochter dieses Jahr eine  eigene Cateringfirma gegründet. Auch hierfür ergeben sich Synergien für Gemüselieferungen

Ist diese Zusammenarbeit einfach?
Wir haben bisher gute Erfahrungen mit der Zusammenarbeit gemacht und möchten sie intensivieren.  In unmittelbarer Umgebung zum Gemüsehof gibt es noch eine Bäckerei und eine Käserei.  Zusammen sind wir im Gespräch, um unser Produktsortiment den Bedürfnissen der Kundschaft anzupassen. Unsere Kunden haben so die Möglichkeit, sich in unmittelbarer Nähe mit frischen, saisonalen Produkten  bei uns Detaillisten einzudecken. Mit dem Vorteil einer persönlichen Beratung und einem kleinen Dorfschwatz ergibt das für unsere Kunden einen wesentlichen Mehrwert. 

Mehr Infos zum Betrieb finden Sie untwww.mosergemuese.ch

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