29.07.2018 17:14
Quelle: schweizerbauer.ch - jgr
Bern
Joël Gilgen mag Naturjodel
Seit dreizehn Jahren ist der Berner Joël Gilgen Moderator bei SRF Musikwelle. Das Musikspektrum des Senders reicht von leichter Unterhaltungsmusik über Schlager bis zu Jodelgesang und volkstümlicher Musik.

Schweizer Bauer: Noch vor einigen Jahren war die Musikwelle 531, wie sie damals noch hiess, eher unbekannt. Mittlerweile gehörte sie zum dritthäufigsten gehörten Sender der Deutschschweiz. Was denken Sie, warum wird wieder vermehrt Jodelgesang und Volksmusik gehört?
Joël Gilgen: Wir leben in einer zunehmend hektischen und globalisierten Welt, der Mensch sehnt sich darum vermehrt nach Nähe und Heimat. Man besinnt sich wieder zurück zu den Wurzeln, und «Swissness» ist wieder voll im Trend. Das spürt man vor allem bei den jungen Leuten, sie  haben keine Berührungsängste und konsumieren Volksmusik, Schlager, Rock- und Pop oder Technomusik zu gleichen Teilen.

Sie arbeiten seit dreizehn Jahren bei der Musikwelle. Wie kamen Sie dazu?
Ich suchte einen Ausgleich zu meinem TV-Job und wurde bei der SRF Musikwelle fündig. Eigentlich back to the roots, wie es so schön heisst. Schliesslich war das Radio meine erste grosse Liebe in den Medien – ich durfte schon als Kind beim Lokalsender «Förderband» mitwirken.

Im letzten Jahr haben Sie als totaler Anfänger eine Jodel-Karaoke-CD für Jodel-Neulinge getestet. Wie schwierig war das Jodeln für Sie?
Sehr schwierig. Jodeln ist eine sehr hohe Kunst, und die lernt man nicht so schnell von heute auf morgen.

Jodeln Sie heute noch gelegentlich?
Nein, das überlasse ich definitiv denen, die es können. Aber dafür höre ich einem schönen Naturjodel sehr gerne zu.

Jeden Donnerstagabend präsentieren Sie in der Sendung «Schlag auf Schlager» die schönsten Schlager von früher und heute. Wo hört für Sie der Schlager auf, und wo fängt die volkstümliche Musik an?
Das ist schwer zu sagen. Auch die Schlagermusik wandelt sich, und es vermischen sich die unterschiedlichsten Musikrichtungen. Da gibt es Schlagerstücke mit volkstümlichen Elementen drin oder eine Helene Fischer, die auf der Bühne Pop und Rockmusik interpretiert und als modernen Schlager verkauft. Umgekehrt findet man aber auch in der Pop-, Dance und sogar Rap-Musik ein Schwyzerörgeli oder ein Hackbrett, wie z.B. bei Bligg oder DJ Antoine.

Die Musikwelle hat auch Wunschsendungen. Welche Lieder sind beliebt bei den Zuhörerinnen und Zuhörer?
Unsere Wunschsendungen sind sehr beliebt und werden rege gehört. Da wird Musik von A bis Z gewünscht. Mal läuft ein Schlager, dann ein Jodelstück und schliesslich ein französisches Chanson oder ein Country-Hit. Das macht diese Sendungen so speziell, und dank unserem grossen Musikarchiv graben wir immer wieder schöne Perlen für unsere Hörerinnen und Hörer aus.

Was bedeutet für Sie Musik?
Musik gehört einfach zum Leben wie die die Luft zum Atmen. Und für jede Situation gibts die passende Musik. Ich höre überall Musik im Auto, im Liegestuhl, in einer lauschigen Bar oder natürlich gerne auch ab und zu live an einem Konzert oder Open Air. 

Sie sind sehr naturverbunden und wandern gerne. Mit welchem Volksmusiker möchten Sie gerne einmal eine Wanderung unternehmen?
Die würde ich gerne mit dem Musikproduzenten Georg Schlunegger (Heimweh) unternehmen. Ich habe ihn schon einmal getroffen. Er ist ein sehr cooler und liebenswürdiger Typ und trifft mit seiner Musik voll ins Herz – kein Wunder, ist er damit so erfolgreich. Ich würde ihn gerne noch etwas näher kennenlernen.

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