18.04.2018 07:03
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bevölkerung
Junge bevorzugen Grossstädte
Den typischen Städter gibt es nicht. Je nach Einwohnerzahl zeigen sich deutliche Unterschiede. Während Haushalte mit Kindern vor allem in kleineren Gemeinden zu finden sind, bevorzugen Junge und Ausländer die Grossstädte.

Die Bevölkerungsstruktur der 172 Städte und städtischen Gemeinden steht im Fokus der diesjährigen «Statistik der Schweizer Städte», die am Dienstag erschienen ist. Das Jahrbuch entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Schweizerischen Städteverband und dem Bundesamt für Statistik (BFS).

In Grossstädten Junge grösste Gruppe

Was die Altersstruktur ihrer Bewohner betrifft, unterscheiden sich die Schweizer Städte je nach Grösse spürbar. In den Grossstädten machen die 20- bis 39-Jährigen mit fast 34 Prozent die grösste Gruppe aus. In den Städten und städtischen Gemeinden mit weniger als 100'000 Einwohnern überwiegen hingegen die 40- bis 64-Jährigen.

Bei den Kindern und Jugendlichen zeigt sich ein anderes Bild. Mit 20,3 Prozent ist der Anteil der 0 bis 19-jährigen Personen in den Städten und Gemeinden mit 10'000 bis 15'000 Einwohnern am höchsten. Bei weniger als 50'000 Einwohnern liegt dieser Anteil nur leicht darunter und entspricht in etwa dem Durchschnitt. In den zehn grössten Städten machen Kinder und Jugendliche nur rund 17 Prozent der Bevölkerung aus. Mit zunehmender Einwohnerzahl erhöht sich der Anteil der kinderlosen Haushalte. Während er in kleineren Städten und städtischen Gemeinden knapp zwei Drittel ausmacht, sind in den Grossstädten fast drei Viertel ohne Nachwuchs.

Agglomerationen mit höchstem Ausländeranteil

Auch bezüglich Herkunft setzt sich die städtische Bevölkerung vielfältig zusammen, wie Städteverband und BFS weiter schreiben. Total wohnen 60 Prozent der in der Schweiz lebenden Ausländerinnen und Ausländer in den 172 Städten und städtischen Gemeinden. Eine von fünf dieser Personen hat sich in den Grossstädten niedergelassen.

Die höchsten Ausländeranteile weisen demgegenüber Agglomerationsgemeinden vor allem im Grenzgebiet auf. Dort hat mitunter mehr als die Hälfte der Bevölkerung keinen Schweizer Pass, so in Kreuzlingen TG (54,6 Prozent), Renens VD (51,1) oder Spreitenbach AG (50,4). Mit einem Ausländeranteil von 47,8 Prozent liegt die Stadt Genf nur knapp dahinter.

Gesamthaft liegt der Ausländeranteil in den Grossstädten mit rund 35 Prozent über jenem der anderen Gemeindegrössenklassen. Den geringsten mittleren Ausländeranteil (26 Prozent) weisen kleinere Städte mit 10'000 bis 14'999 Einwohnern auf. Von allen ausländischen Staatsangehörigen in den Städten stammen 80 Prozent aus europäischen Ländern, 8,2 Prozent aus Asien und 5,8 Prozent aus Afrika.

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