7.08.2015 16:07
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bern/Neuenburg
Juraweiden ausgetrocknet
Die Trockenheit scheint kein Ende zu nehmen. Die warmen Temperaturen der vergangenen Tage haben die Juraweiden im Kanton Bern und Neuenburg weiter zugesetzt. Wasser und Heu müssen zugeführt werden. Der Alpabzug dürfte früher erfolgen.

Nicht weniger als 120‘000 Liter wurden bisher auf die Métairie Dombresson Frienisberg NE oberhalb von St. Imier hinaufgeführt. Auf der Nordseite des Chasserals herrscht Wassermangel. Die 116 Tiere müssen durch Lastwagen versorgt werden, schreibt das „Bieler Tagblatt“ in seiner Freitagsausgabe. Alle drei Tage wird die 11‘000 Liter fassende Zisterne aufgefüllt. Und das Futter wird auch knapp.

Im nur fünf Kilometer entfernten Kleinen Twannberg BE ist die Wasserversorgung zwar über das Leitungsnetz sichergestellt, dafür muss Heu zugefüttert werden. Die Familie Bühler verkäst die Milch, doch diese ist weniger gehaltvoll. Um drei Zehntel ist der Eiweissgehalt gefallen. Die Familie rechnet mit rund 10 Prozent weniger Ertrag.

Zudem wurde der Kuhbestand um sieben Tiere reduziert. Gemäss Daniel Bühler wird der Alpabzug um eine Woche vorgezogen. „Noch früher können wir nicht hinunter, sonst haben wir zuwenig Käse für unsere Kunden“, so Bühler. Ein regenreicher August könne die Saison nicht mehr retten, betont er. Die Böden hätten gelitten, das Gras würde nicht mehr wachsen. Im Gegenteil, das vertrocknete Gras würde verfaulen. Dann würde auch noch das Futter für die Gusti fehlen.

Auch auf der Südseite des Chasseral ist sehr trocken. Auf dem Plâteau de Diesse wächst das Gras kaum mehr. Milchbauer Robert Sahli hält eine Herde von rund 50 Milchkühen und 50 Rindern. Die Gusti weiden auf dem Chasseral, die Kühe sind auf dem Hof bei Nods BE untergebracht. Momentan fressen Sahlis Kühe das Gras, das für dritten Schnitt vorgesehen war. So hofft er auf Regen, damit das Grün wieder spriesst. Ansonsten muss der Milchbauer Heu zukaufen.

Zwar sind am Wochenende einige Niederschläge prognostiziert, doch grosse Regenmengen dürften nicht fallen.

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