30.07.2013 07:23
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Witterung
Kaltfront brachte bis 120 Liter Regen pro Quadratmeter
Von einem Extrem ins andere: Nach den Rekordtemperaturen am vergangenen Wochenende brachte ein teilweise heftiges Gewitter am Sonntagabend intensiven Regen über die Schweiz - dieser hielt gebietsweise bis am Montagabend an.

Am meisten Regen fiel zwischen Sonntagnachmittag und Montagnachmittag in Cressier NE; dort gingen 117 Liter pro Quadratmeter nieder. Ebenso in Gösgen SO, dort verzeichnete MeteoSchweiz gar 120 Liter. Meteorologe Marco Stoll bezeichnete die Regelfälle als «intensiv», MeteoNews schrieb in einem Communiqué, in weniger als 24 Stunden sei mehr Regen gefallen als im ganzen Juli. 

Viele Schadensmeldungen im Kanton Bern

Auch mit Hagel hatten manche Regionen in der Nacht auf Montag zu kämpfen. Über die Stadt Genf etwa zog ein Hagelzug, weitere Hagelniederschläge wurden entlang der Voralpen und im Mittelland registriert. 

Bei den Einsatzzentralen der Kantonspolizei Bern gingen in der Nacht auf Montag rund 70 Meldungen ein, ein grosser Teil wegen Wasser in Gebäuden, Kellern und Garagen. Im Verlauf des Tages gingen bei anhaltenden Niederschlägen dann über 80 weitere Schadensmeldungen ein. In Oey-Diemtigen fiel ein Baum auf ein Auto, der Fahrer blieb unverletzt. 

Erdrutsch am Thunersee 

Ein Erdrutsch verschüttete in der Nacht auf Montag die Hauptstrasse zwischen Merligen und Gunten am Thunersee. Die Strasse musste vorübergehend für den Verkehr gesperrt werden. 

«Etwa 10 bis 15 Kubikmeter Material waren auf die Strasse gestürzt», sagte der stellvertretende Strasseninspektor der Region Oberland Nord, Daniel Uhlmann, auf Anfrage. Nach der Räumung konnte die Strasse ab 13 Uhr wieder einspurig befahren werden. 

Ein ähnliches Bild zeigte sich im Val Ferret im Wallis: Dort trieb ein Wildbach eine Menge Schlamm über die Strasse und blockierte so die Fahrbahn. Ein Auto blieb im Schlamm stecken, verletzt wurde aber niemand. Nach der Reinigung der Strasse konnte der Verkehr wieder passieren.

Abkühlung für die Fische 

Während der ausgiebige Regen vielerorts für Zwischenfälle sorgte, brachte der Wetterumschwung den Fischen in vielen Gewässern eine kurze Verschnaufpause. Denn Fische in Schweizer Seen und Flüssen überleben nur bis zu einer Wassertemperatur von etwa 25 Grad. Im Rhein überstanden deshalb einige Fische das vergangene Wochenende nicht: Mit einer Temperatur von 25,6 Grad war der Fluss vielen Bewohnern zu warm. 

Die Abkühlung kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Am Montagmorgen betrug die Wassertemperatur im Rhein nur noch 23,5 Grad, wie der Abteilungsleiter Fischerei und Jagd, Urs Philipp, am Montag auf Anfrage der sda sagte. Das sei für die Fische sicher eine kurze Entspannung. Kritisch ist die Situation für die Fische in der Limmat, die - wie der Rhein auch - von See-Abflusswasser gespiesen wird. Aus den Seen fliessen nur die oberen Wasserschichten ab, die für Fische unangenehm warm sind. 

Gar bedrohlich ist die Lage im Tösstal. Die Töss war bis am Sonntagabend praktisch ausgetrocknet. Um ein Fischsterben zu verhindern wurden die Tiere auf der Strecke vom oberen Tösstal bis nach Turbenthal herausgefischt. 

1. August wird «warm, sonnnig und trocken» 

Das kühle und regnerische Intermezzo endet gemäss MeteoSchweiz-Meteorologe Stoll spätestens am Dienstagmorgen in der ganzen Schweiz. Zwar werde der Dienstag vielerorts noch bewölkt, mit Regen rechnet Stoll aber nur noch ganz vereinzelt. 

Schon am Mittwoch erwartet die Schweiz wieder sommerliche Temperaturen und viel Sonne. «Zwischen Mittwoch und Sonntag rechnen wir mit 30 Grad», sagte Stoll. Der 1. August werde auf jeden Fall «warm, sonnig und trocken».

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