17.06.2018 07:15
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Wirtschaft
Kampf der Kinderarbeit
In der Landwirtschaft hat die Zahl arbeitender Kinder in den letzten Jahren zugenommen. Nun schlägt die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen Alarm.

Wegen einer gestiegenen Kinderarbeit in der Landwirtschaft hat die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) Alarm geschlagen. Nach einer zuvor rückläufigen Entwicklung habe sich die Zahl arbeitender Kinder in der Landwirtschaft seit 2012 global wieder erhöht, und zwar um 10 Millionen auf insgesamt 108 Millionen im Jahr 2016, erklärte die FAO kürzlich in Rom anlässlich des Welttages gegen Kinderarbeit.

Die Entwicklung in der Landwirtschaft laufe dabei einer weiteren Verringerung der Zahlen von Kinderarbeitern in anderen Sektoren wie der Industrie entgegen. Insgesamt sei die Zahl arbeitender Mädchen und Jungen in der Welt zwischen 2012 und 2016 nämlich um 14 Millionen auf 152 Millionen zurückgegangen, betonte die FAO.

Unbezahlte Familienarbeiter

Die Zahlen belegten auch, dass Kinderarbeit besonders häufig in der Landwirtschaft anzutreffen sei. Aktuell fast 71 % aller Kinderarbeiter seien in dieser Branche tätig, meist als unbezahlte Familienarbeiter. Bei den Kindern in der Altersklasse von fünf bis 14 Jahren seien es sogar 78 %, in der Altersklasse von 15 bis 17 Jahren rund 49 %. Geschlechtsspezifische Unterschiede gibt es laut FAO nicht. Allerdings seien deutliche regionale Unterschiede festzustellen.

Besonders gross sei das Problem in Afrika und Zentralasien. Kinderarbeit in der Landwirtschaft werde vielfach auch dadurch gefördert, dass es infolge politischer Konflikte und klimabedingter Katastrophen zu Fluchtbewegungen komme. Kinder müssten dann oft zum wirtschaftlichen Überleben der Flüchtlingsfamilien beitragen.

Kleinbauern fördern

Die FAO verweist auf aktuelle Risiken durch die Kinderarbeit - darunter Gefahren für die körperliche und psychische Gesundheit der Jungen und Mädchen - sowie langfristige Probleme aufgrund des Fernbleibens von der Schule wegen der Arbeit. Dadurch hätten die Kinder später keine Chance auf einen gut bezahlten Arbeitsplatz.

Damit laufe Kinderarbeit auch allen Bemühungen entgegen, den globalen Hunger zu bekämpfen. Vor diesem Hintergrund rief die FAO die Staaten dazu auf, gezielt politische Maßnahmen gegen Kinderarbeit zu ergreifen. Zentral sei dabei die Förderung von Kleinbauern. Wenn diese unter anderem durch einen besseren Zugang zu Krediten oder mehr Bildung höhere Einkommen generierten, schickten sie ihre Kinder „eher zur Schule als zur Arbeit“.  

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