16.05.2017 16:49
Quelle: schweizerbauer.ch - ats
Food Waste
Keine Wertschätzung mehr für Lebensmittel
Die Abgeordneten im Europäischen Parlament haben sich in Brüssel mit einem Initiativbericht über die Verschwendung von Lebensmitteln für ein besseres Verständnis für die Haltbarkeit von Lebensmitteln sowie eine finanzielle Förderung von Lebensmittelspenden ausgesprochen. So lange die Lebensmittel so billig seien, werde sich nichts ändern. Es müsse ein Bewusstseinswandel statt finden.

Martin Häusling, agrar- und umweltpolitischer Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament, kommentiert:

„Wenn jährlich geschätzte 88 Millionen Tonnen an Nahrungsmitteln im Wert von 143 Milliarden Euro im Abfall landen, ist das ein ökologisches, ökonomisches und auch menschliches Desaster.

Unser oberstes Ziel muss deshalb die Vermeidung und Verringerung von Lebensmittelabfällen sein. So lange unsere Lebensmittel so billig sind, dass sie nicht wertgeschätzt werden können, so lange werden sie auch weiterhin im Übermass weggeworfen. Vielen Verbrauchern wird suggeriert, dass Essen kaum etwas wert ist und eben auch weggeworfen werden kann.

Um dem zu begegnen brauchen wir eine Veränderung in der gesamten Nahrungsmittel-kette vom Landwirt zum Verbraucher. Auch der Einzelhandel muss stärker in die Pflicht genommen werden und auf die Wertigkeit der Lebensmittel auch nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum hinweisen.

Es muss ein Bewusstseinswandel im Umgang mit Nahrungsmitteln stattfinden, was wir auch in unserem Bericht fordern. Sensible und aufgeklärte Verbraucher sind der Schlüssel zur Problemlösung.

Mit unserem Bericht fordern wir auch Steuerbefreiungen für Lebensmittelspenden. Das soll Supermärkte und Restaurants dazu animieren, ihre nicht verkäufliche Ware kostenlos abzugeben."

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