20.05.2013 09:38
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/afp
Klimawandel
Klimaerwärmung macht Pause - nur geringer Temperaturanstieg in letztem Jahrzehnt
Der Temperaturen sind bei der Klimaerwärmung im vergangenen Jahrzehnt nach einer Studie weniger stark gestiegen als angenommen. Diese «Pause» bei der Erderwärmung lasse die schlimmsten Szenarien für den Klimawandel in diesem Jahrhundert unwahrscheinlich werden, erklärten Wissenschaftler in einem Beitrag für das Magazin «Nature Geoscience» am Sonntag.

Die Erwärmung bleibe aber voraussichtlich deutlich über dem von  der internationalen Gemeinschaft angestrebten Ziel, den Anstieg auf  zwei Grad im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung zu  begrenzen, hiess es weiter.

Während das letzte Jahrzehnt zwar das heisseste seit Beginn der  Aufzeichnungen im Jahr 1880 gewesen sei, sei der Anstieg der  Temperatur zwischen 2000 und 2009 niedriger ausgefallen als  vielfach erwartet, heisst es in der Untersuchung, in die neue  Temparaturdaten und Messungen zur Wirkung der Sonnenstrahlung auf  die Atmosphäre einflossen. Die Klimapolitik könne deshalb bei  Prognosen für die weitere Entwicklung grundsätzlich von einem  «niedrigeren Wertbereich» ausgehen. 

Tatsächlich stabilisierte sich die Erwärmung, obwohl die Menge  der Treibhausgase in die Atmosphäre zunimmt. Wissenschaftler  erklären das Phänomen teils mit der Aufnahme von Wärme durch die  Ozeane, einen Rückgang der Sonnenaktivität oder einen erhöhten  Anteil von Vulkanstaub in der Atmosphäre, der Sonnenstrahlen  reflektiert.

2007 hatte der Weltklimarat vor einem maximalen  Temperaturanstieg um 6,4 Grad in diesem Jahrhundert gewarnt. Die  Erwärmung der kommenden 50 bis 100 Jahre werde wahrscheinlich «im  Bereich aktueller Klimamodelle liegen, aber nicht am oberen Ende  ihrer Reichweite», erklärte Ko-Autor Alexander Otto von der  Universität Oxford.

Dass Daten nun die schlimmsten Prognosen ausschlössen, sei eine  gute Nachricht, betonte Studien-Ko-Autor Reto Knutti von der  Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Aber selbst wenn die  Wirkung am unteren Ende der Prognosen liege, «bleibt die Erwärmung  weiter deutlich über dem Zwei-Grad-Ziel, auf das sich Länder  verständigt haben.»

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