16.08.2013 17:01
Quelle: schweizerbauer.ch - Interview: Christian Graf
Esaf2013
König Kilian ist bereit fürs Eidgenössische
Eigentlich gibt Kilian Wenger keine Interviews mehr vor dem Eidgenössischen. Für die Roadshow Schwingen am Donnerstag machte er eine Ausnahme. Moderator Christian Graf hat mit dem König gesprochen.

Christian Graf: Bald schon  ist das Eidgenössische Schwinger- und Älplerfest Esaf. Sind Sie  bereit?
Kilian Wenger: Ja, ich bin fit, zwäg, momentan im Trainingslager. Bald ist es soweit

Ja, in rund  zwei Wochen  treten Sie in Burgdorf als amtierender Schwingerkönig an. Sind Sie schon  nervös oder immer noch auf Ruhepuls?
Ich bin   noch auf Ruhepuls,  aber ab und zu, wenn ich dran denke, steigt der Puls für einen Moment schon etwas an.

Diese Woche sind Sie mit Ihren Schwingerkollegen im Trainingslager, wo und wie  muss man sich das vorstellen?
Wir sind auf der  Engstlenalp ob Innertkirchen auf  1850 m.ü.M. Schon vor drei Jahren haben wir  dort Trainingslager gehabt. Ein gutes Omen.

Wie wird trainiert?
Das ist verschieden. Gestern waren wir zum Beispiel fast den ganzen Tag auf einer Wanderung, am Dienstag haben wir am Abend geschwungen, heute Morgen war Krafttraining angesagt, und später wird wieder geschwungen.

Trainingslager in der Abgeschiedenheit –   und in Burgdorf  rund 50 000 Zuschauer. Ein krasser Wechsel?
Ja sicher.  Aber es spielt  in dem Moment, wo du schwingst, keine grosse Rolle, wie viele Zuschauer da sind. Das Schwingen steht  dann im Vordergrund, darauf konzentrierst du dich.  

Wenn man zuschaut, hat man das Gefühl, dass es doch weh tun müsse, so auf den Rücken zu knallen. Ist das so?
Das sieht meist schlimmer aus, als es ist. Man gewöhnt sich dran. Durch die eigene Körperspannung und das weiche Sägemehl wird viel aufgefangen. Aber natürlich kann  es weh tun. Wenn man zum Beispiel auf den Kopf fällt.  Oder auch   eine gequetschte Rippe, eine angeschlagene Schulter – das kann schon passieren.

Eine Verletzung wäre jetzt das Dümmste, was Ihnen passieren könnte. Sind Sie besonders vorsichtig?
Ja,  das ist sicher so. Aber man kann sich immer verletzen, wie vorsichtig man auch ist. Ich könnte ja auch die Treppe hinunterfallen. Deshalb, denke ich,  darf man sich darüber nicht zu viele Gedanken machen.

Als Schwinger trifft man auf ganz verschiedene Gegner. Athletisch schlanke wie Sie, aber auch  massige Riesen. Wie wichtig ist die Masse?
Das ist schwierig zu sagen.  Man sagt oft, Masse sei gleich Kraft. Aber grundsätzlich muss jeder mit den Mitteln schwingen, die er hat.   Ich war eigentlich immer schlank. Um auf Gewicht zu kommen, habe ich mit 17 Jahren mit Krafttraining begonnen.

Welche Mittel  haben Sie gegen welche Gegner?
Für mich ist Schwingen vor allem eine Sache des Gespürs.  Generell  kenne ich  zwar die Stärken und Schwächen meiner Gegner, weiss, wie sie  normalerweise schwingen.  Aber wenn sie gegen den Schwingerkönig antreten, kann es gut sein, dass sie ganz anders schwingen als sonst. 

Zur Person

Kilian Wenger (24) aus Horboden im Diemtigtal BE, von  Beruf Metzger und Zimmermann,  wurde  2010 in Frauenfeld Schwingerkönig.  Der 107-kg-Sennenschwinger vom Schwingklub Niedersimmental ist nach seinem Festsieg auf der Engstlenalp  (10.8.2013)  in den letzten  Vorbereitungen fürs Esaf.

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