12.05.2014 06:43
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wallis
Königin der Königinnen heisst «Fregatte»
Die Eringerkuh «Cobra» ist nicht mehr Königin. Die Titelhalterin ist am Sonntag bei den traditionellen Walliser Kuhkämpfen in Aproz VS bereits vor dem Final ausgeschieden. Zur Königin gekrönt wurde «Fregatte», die gegen die aussergewöhnlich starke Jungkuh «Castagne» gewann.

«Fregatte» stammt wie die letztjährige Königin aus dem Oberwallis. Die Kuhkämpfe dauerten dieses Jahr aussergewöhnlich lange: Der Final begann noch nie so spät wie diesmal. Mehrere Kämpfe zogen sich in die Länge, teilweise kämpften die Kühe mehr als eine halbe Stunde. Einer der letzten Kämpfe dauerte sogar eine Stunde und fünf Minuten.

12'000 Zuschauer

Als der Final begann, war es bereits am Eindunkeln. Die Stützpunktfeuerwehr Visp brachte mit einem Einsatzwagen Flutlicht, um die Kampfarena zu beleuchten, wo sich der Anlass in strömendem Regen bis um 21.30 Uhr hinzog.

Die kampfeslustigen braun-schwarzen Kühe lockten rund 12'000 Schaulustige nach Aproz. Die Organisatoren seien mit der Zuschauerzahl «sehr zufrieden», sagte Sprecher Reiny Schnyder der Nachrichtenagentur sda. Noch einige Personen mehr dürften die Kuhkämpfe aus der warmen Stube verfolgt haben: Das Schweizer Fernsehen SRF übertrug die Kuhkämpfe erstmals live.

Um die Krone hatten rund 180 Kühe der Eringer-Rasse gekämpft. Etwa 100 von ihnen stammen aus dem Unterwallis, 60 aus dem Oberwallis.

Schneider-Ammann lobt Tradition

Unter den Zuschauern in Aproz war auch Bundesrat Johann Schneider-Ammann. Er überreichte der jungen Kuh «Mistral» den Preis, die in ihrer Kategorie siegte. «Das ist eine besondere Ehre», sagte er gegenüber SRF.

In einer Rede lobte der Landwirtschaftsminister die Tradition und die Authentizität der Kuhkämpfe. «Wer kann da noch glauben, dass Traditionen und Authentizität keine Zukunft haben», sagte Schneider-Ammann, der zum ersten Mal die Kuhkämpfe aus nächster Nähe mitverfolgte.

Aprilwetter stört Kühe nicht

Nicht von seiner besten Seite zeigte sich das Wetter. Der Regen, der in der Nacht und am frühen Morgen gefallen war, beeinträchtigte das Terrain - das speziell für die Kuhkämpfe präpariert worden war - jedoch nicht. Nach einigen Aufhellungen regnete es im Verlaufe des Tages erneut. Der Regen schien die Tiere aber nicht zu stören. Die Temperaturen waren für die Kuhkämpfe günstig.

Anders als in früheren Jahren fand die Veranstaltung an einem einzigen Tag statt. Unter anderem deshalb dauerte es länger, bis die Königin gekrönt werden konnte.

Die 2011 eingeführte zweitägige Organisation des Wettkampfs habe sich nicht bewährt, hatte David Schnyder, Präsident des Organisationskomitees, im Vorfeld erklärt. Am Samstag hätten sich jeweils nicht genug Zuschauerinnen und Zuschauer eingefunden.

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