16.10.2013 08:31
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Gesundheit
Krankenkasse verschenkt Fast-Food-Gutscheine
Eine Walliser Krankenkasse hat nahezu 1000 jungen Versicherten mit Gutscheinen von 10 Franken für eine Fast-Food Restaurantkette überrascht. Die Aktion sei zwar gewagt, räumt die Mediensprecherin des Krankenversicherers Sodalis ein. Man stifte die Versicherten jedoch nicht zu ungesunder Ernährung an.

Es gehe um einen Gutschein von 10 Franken und nicht um ein Jahresabo, teilte Cornelia Heynen, Mediensprecherin der Oberwalliser Krankenkasse Sodalis, mit. Sie bestätigte damit einen Bericht der Zeitung «Blick am Abend». 

Mit Fast-Food gross geworden

Jungen Leuten bereite der Besuch der Fast-Food-Kette Freude. Solange solche Genuss-Auszeiten nicht zur Gewohnheit oder gar zur Sucht würden, sei dagegen nichts einzuwenden. In den Genuss der Gutschein-Aktion kamen Versicherte, die vor dem Übertritt ins 19. sowie ins 26. Lebensjahr stehen. 

Die Krankenversicherung wollte damit die Ankündigung des Wechsels in eine höhere Prämiengruppe «etwas weniger harsch angehen lassen», wie Mediensprecherin Heyner festhielt. Die Versicherten seien keine Kinder mehr, sondern junge Erwachsene. Diese seien mit der Kontroverse um Fast-Food gross geworden, wie mit Handy und Internet. Sie könnten die Gutscheine auch gut weiter verschenken, wenn sie diese nicht für sich benötigten. 

Kein Freibrief zum Dickwerden 

Auch wenn Gastgeschenke wie Pralinen, Kuchen oder Wein allerlei Tücken in sich bergen würden und im schlimmsten Fall zu Esssucht, Diabetes und Alkoholismus führen könnten, seien sie sicher nur in allerbester Absicht gemacht worden. 

Auch wenn die Krankenversicherung nicht den Geschmack aller Versicherten getroffen habe, glaube man doch, dass die Mehrzahl der Beschenkten den Gutschein nicht als Freibrief zum Dickwerden interpretiere. Es sei eine kleine Geste der Aufmerksamkeit, nicht mehr und nicht weniger. 

BAG hat nichts einzuwenden 

Die Überwachungsbehörde der obligatorischen Krankenversicherung, das Bundesamt für Gesundheit (BAG), hat gegen die Aktion nichts einzuwenden. 

Versicherer können im Rahmen ihrer Verwaltungskosten (Marketing) solche Geschenke machen, falls sich diese vom Betrag her in einem vernünftigen Rahmen bewegen, wie BAG-Mediensprecherin Michaela Kozelka festhielt. «Dies ist bei zehn Franken der Fall.» Es gebe keine rechtlichen Einschränkungen, was die Art von solchen Geschenken betreffe.

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